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Der grosse Kampf zwischen Licht und Finsternis „Ueberwindung und Endsieg der Gottgetreuen” Die truebselige Zeit "Zur selben Zeit wird der grosse Fuerst Michael, der fuer die Kinder deines Volks steht, sich aufmachen. Denn es wird eine solche truebselige Zeit sein, wie sie nicht gewesen ist, seitdem Leute gewesen sind bis auf diese Zeit. Zur selben Zeit wird dein Volk errettet werden, alle, die im Buch geschrieben stehen." (Dan. 12, 1) Sobald die dritte Engelsbotschaft abgeschlossen ist, bittet die Gnade Christi nicht laenger fuer die suendigen Bewohner der Erde. Gottes Volk hat seine Aufgabe vollendet; es hat den "Spaetregen", "die Erquickung von dem Angesichte des Herrn", empfangen und ist auf die bevorstehende schwere Stunde vorbereitet. Engel eilen im Himmel hin und her. Einer, der von der Erde zurueckkehrt, verkuendigt, dass sein Werk getan ist; die letze Pruefung ist ueber die Welt gegangen, und alle, die gegen die goettlichen Vorschriften treu gewesen sind, haben "das Siegel des lebendigen Gottes" empfangen. Dann beendet Jesus seinen Mittlerdienst im himmlischen Heiligtum. Er erhebt seine Haende und spricht mit lauter Stimme: "Es ist vollbracht!", und die gesamte Schar der Engel legt ihre Kronen nieder, wenn er feierlich ankuendigt: "Wer boese ist, der sei fernerhin boese, und wer unrein ist, der sei fernerhin unrein; aber wer fromm ist, der sei fernerhin fromm, und wer heilig ist, der sei fernerhin heilig." (Offb. 22, 11) Jeder Fall ist zum Leben oder zum Tode entschieden worden. Christus hat sein Volk versoehnt und dessen Suenden ausgetilgt. Die Vollzahl seiner Untertanen ist erreicht; "Reich, Gewalt und Macht unter dem ganzen Himmel" sollen den Erben des Heils gegeben werden, und Jesus wird als Koenig und Herr regieren. Wenn er das Heiligtum verlaesst, liegt Finsternis ueber den Bewohnern der Erde. In jener schrecklichen Zeit muessen die Gerechten ohne einen Seite 614 (Englisch Seite 613,614) Vermittler vor einem heiligen Gott leben. Die Macht, die bis dahin die Gottlosen zurueckhielt, ist beseitigt, und Satan herrscht uneingeschraenkt ueber die voellig Unbussfertigen. Gottes Langmut ist zu Ende. Die Welt hat seine Gnade verworfen, seine Liebe verachtet und sein Gesetz mit Fuessen treten. Die Gottlosen haben die Grenzen ihrer Gnadenzeit ueberschritten; der Geist Gottes, den sie hartnaeckig widerstanden, ist ihnen schliesslich entzogen worden. Von der goettlichen Gnade nicht mehr beschirmt, sind sie schutzlos dem Boesen ausgeliefert. Satan wird dann die Bewohner der Erde in eine letzte grosse Truebsal stuerzen. Wenn die Engel Gottes aufhoeren, die grimmigen Stuerme menschlicher Leidenschaften im Zaum zu halten, werden alle Maechte des Streites entfesselt sein. Die ganze Welt wird in ein Verderben hineingezogen werden, das schrecklicher ist als jenes, das einst ueber das alte Jerusalem hereinbrach. Ein einziger Engel brachte alle Erstgeborenen der Aegypter um und erfuellte dadurch das Land mit Wehklagen. Als sich David gegen Gottes Gebot verging, indem er das Volk zaehlte, erhob sich ein Engel zu jener schrecklichen Vernichtung, durch die seine Suende bestraft wurde. Die gleiche zerstoerende Macht, die die heiligen Engel ausueben, wenn Gott es befiehlt, wird von den boesen Engeln ausgeuebt werden, wenn er es zulaesst. Jene Kraefte stehen jetzt bereit und warten nur auf die goettliche Erlaubnis, um ueberall Verwuestung anzurichten. Die Gottes Gesetz ehrten, sind beschuldigt worden, Gerichte ueber die Welt gebracht zu haben. Sie werden als die Ursache des Streites und Blutvergiessens unter den Menschen sowie der fuerchterlichen Erschuetterungen der Natur angesehen werden, die die Erde mit Leid erfuellen. Die die letzte Warnung begleitende Kraft hat die Gottlosen in Wut versetzt; ihr Zorn ist geschuert gegen alle, die die Botschaft angenommen haben, und Satan wird den Geist des Hasses und der Verfolgung zu noch groesserer Staerke anfachen. Als Gott sich schliesslich vom juedischen Volk zurueckzog, wussten es weder die Priester noch das Volk. Obgleich sie sich unter der Herrschaft Satans befanden und von den schrecklichsten und abscheulichsten Leidenschaften geleitet wurden, betrachteten sie sich selbst noch immer als die Auserwaehlten Gottes. Den Dienst im Tempel setzten sie fort, die Opfer brachten sie auf seinen verunreinigten Altaeren dar, und Seite 615 (Englisch Seite 614,615) taeglich riefen sie den goettlichen Segen auf ein Volk herab, das an dem Blut des teuren Sohnes Gottes schuldig geworden war und versucht hatte, seine Diener und Apostel umzubringen. So werden auch die Bewohner der Erde nicht wissen, wann die unwiderrufliche Entscheidung im Heiligtum ausgesprochen und das Schicksal der Welt auf ewig bestimmt worden ist. Ein Volk, von dem sich der Geist Gottes endgueltig zurueckgezogen hat, wird weiterhin die Formen der Religion beachten; und der satanische Eifer, mit dem der Fuerst des Boesen es zur Ausfuehrung seiner boshaften Anschlaege begeistern wird, traegt aehnliche Zuege wie das Eifern fuer Gott. Da der Sabbat in der ganzen Christenheit besonders umkaempft ist und Staat und Kirche sich vereinigt haben, die Beachtung des Sonntags zu erzwingen, wird die hartnaeckige Weigerung einer kleinen Minderheit, der volkstuemlichen Forderung nachzukommen, sie zum Ziel allgemeinen Fluches machen. Es wird hervorgehoben werden, dass die wenigen, die sich einer Verordnung der Kirche und den Verfuegungen des Staates widersetzen, nicht geduldet werden sollten; dass es besser sei, diese leiden zu lassen, als dass ganze Nationen in Verwirrung und Gesetzlosigkeit gestuerzt wuerden. Die gleiche Behauptung wurde vor mehr als 1800 Jahren von den Obersten des Volkes Israel gegen Christus aufgestellt. Der verschlagene Kaiphas sagte: "Es ist uns besser, ein Mensch sterbe fuer das Volk, denn dass das ganze Volk verderbe." (Joh. 11, 50 ) Diese Beweisfuehrung wird als entscheidend angesehen werden, und schliesslich wird wider alle, die den Sabbat des vierten Gebots heiligen, ein Erlass ergehen, worin sie als der haertesten Strafen wuerdig hingestellt werden und man dem Volke die Freiheit gibt, sie nach einer gewissen Zeit umzubringen. Der Katholizismus in der Alten und der abgefallene Protestantismus in der Neuen Welt werden in aehnlicher Weise gegen solche handeln, die alle goettlichen Gebote ehren. Dann wird Gottes Volk in jene Tage der Truebsal und des Jammers geraten, die von dem Propheten Jeremia als die Zeit der Angst in Jakob beschrieben werden: "So spricht der Herr: Wir hoeren ein Geschrei des Schreckens; es ist eitel Furcht da und kein Friede... Wie geht es denn zu, dass... alle Angesichter so bleich sind? Es ist ja ein Seite 616 (Englisch Seite 615,616) grosser Tag, und seinesgleichen ist nicht gewesen, und ist eine Zeit der Angst in Jakob; doch soll ihm daraus geholfen werden." (Jer. 30. 5 - 7) Jakobs Nacht der Angst, als er im Gebet darum rang, (1. Mose 32, 25 - 31) aus der Hand Esaus befreit zu werden, stellt die Erfahrung des Volkes Gottes in der truebseligen Zeit dar. Infolge der Taeuschung, die von Jakob begangen worden war, um sich den Esau vorbehaltenen Segen seines Vaters zu verschaffen, hatte er, erschreckt durch die toedlichen Drohungen seines Bruders, fliehen muessen, um sein Leben zu retten. Nachdem er viele Jahre als freiwillig Verbannter gelebt, hatte er sich auf Gottes Geheiss auf den Weg gemacht, um mit seinen Weibern und Kindern und mit seinen Herden in seine Heimat zurueckzukehren. Als er die Grenzen des Landes erreichte, wurde er durch die Nachricht von dem Herannahen Esaus an der Spitze einer Horde Krieger erschreckt, die ohne Zweifel Rache ueben wollten. Es schien, als muesse Jakobs unbewaffnete und wehrlose Schar der Gewalt und dem Gemetzel hilflos zum Opfer fallen. Zu der Unruhe und Furcht kam noch die bedrueckende Last der Selbstanklage; denn es war seine eigene Suende, die diese Gefahr herbeigefuehrt hatte. Seine einzige Hoffnung lag in der Gnade Gottes; seine einzige Verteidigung musste das Gebet sein. Doch liess er seinerseits nichts ungetan, um das dem Bruder zugefuegte Unrecht zu suehnen und die drohende Gefahr abzuwenden. So sollten die Nachfolger Christi beim Herannahmen der truebseligen Zeit jede Anstrengung unternehmen, sich dem Volk gegenueber ins richtige Licht zu setzen, das Vorurteil zu entkraeften und die der Gewissensfreiheit drohende Gefahr abzuwenden. Nachdem Jakob seine Familie weggeschickt hat, damit sie seinen Jammer nicht sehe, bleibt er allein, um Gott zu bitten, sich fuer ihn ins Mittel zu legen. Er bekennt seine Suende und anerkennt dankbar die Gnade Gottes gegen ihn, waehrend er sich in tiefer Demut auf den mit seinen Vaetern geschlossenen Bund und auf die ihm in jener Nacht zu Bethel und im Lande der Verbannung zuteil gewordenen Verheissungen beruft. Der Wendepunkt in seinem Leben ist gekommen; alles steht auf dem Spiel. In der Finsternis und Einsamkeit faehrt er fort zu beten und sich vor Gott zu demuetigen. Ploetzlich legt sich eine Hand auf seine Schulter. Er glaubt, dass ein Feind ihm nach dem Leben trachte, Seite 617 (Englisch Seite 616,617) und ringt mit der Kraft der Verzweiflung mit seinem Angreifer. Als der Tag zu daemmern beginnt, zeigt der Fremde seine uebermenschliche Kraft; bei seinem Beruehren scheint der starke Mann gelaehmt, und er faellt seinem geheimnisvollen Widersacher als hilfloser, weinender Bittsteller um den Hals. Jakob weiss jetzt, dass er mit dem Engel des Bundes gerungen hat. Obwohl kampfunfaehig und heftigste Schmerzen leidend, laesst er seine Absicht nicht fahren. Lange hat er Unruhe, Gewissensbisse und Leid um seiner Suende willen erduldet; jetzt muss er die Versicherung haben, dass ihm verziehen ist. Der goettliche Besucher scheint ihn verlassen zu wollen; aber Jakob haengt sich an ihn und fleht um seinen Segen. Der Engel draengt: "Lass mich gehen; denn die Morgenroete bricht an." Aber der Patriarch ruft aus: "Ich lasse dich nicht, du segnest mich denn." Welches Vertrauen, welche Entschiedenheit, welcher Ausdauer werden hier an den Tag gelegt! Waere dies eine prahlerische, anmassende Forderung gewesen, Jakob wuerde sofort vernichtet worden sein; aber er sprach mit der Zuversicht, die der besitzt, der seine Schwachheit und Unwuerdigkeit kennt und doch auf die Gnade eines wahrhaftigen Gottes vertraut. "Er kaempfte mit dem Engel und siegte." (Hos. 12, 5) Durch Demut, Reue und Selbstuebergabe errang dieser suendhafte, irrende Sterbliche die Anerkennung der Majestaet des Himmels. Zitternd hatte er sich an die Verheissungen Gottes geklammert, und das Herz der unendlichen Liebe konnte die Bitte des Suenders nicht abweisen. Als Beweis fuer seinen Sieg und zur Ermutigung fuer andere, seinem Beispiel zu folgen, wurde sein Name, der an die Suende erinnerte, geaendert, um das Gedaechtnis seines Sieges wachzuhalten. Die Tatsache, dass er mit Gott gerungen und gesiegt hatte, war eine Buergschaft, dass er auch bei den Menschen den Sieg davontragen wuerde. er fuerchtete den Zorn seines Bruders nicht laenger, denn der Herr war sein Schutz. Satan hatte Jakob vor den Engeln Gottes verklagt und das Recht beansprucht, ihn wegen seiner Suende zu vernichten. Er hatte Esau beeinflusst, gegen Jakob zuziehen; und waehrend dieser die ganze Nacht hindurch rang, bemuehte sich Satan, ihm das Gefuehl seiner Schuld aufzudraengen, um ihn zu entmutigen und seinen Halt an Gott zu brechen. Jakob wurde beinahe zur Verzweiflung getrieben; aber er wusste, dass Seite 618 (Englisch Seite 617,618) er ohne Hilfe vom Himmel umkommen muesste. Er hat seine grosse Suende aufrichtig bereut und berief sich nun auf die Gnade Gottes. Er wollte sich von seinem Ziel nicht abbringen lasen, sondern hielt den Engel fest und brachte seine Bitte mit ernstem, flehentlichem Schreien vor, bis er dessen Anerkennung errang. Wie Satan Esau beeinflusste, gegen Jakob zu ziehen, so wird er in der truebseligen Zeit die Boesen aufwiegeln, Gottes Kinder umzubringen. Wie er Jakob anklagte, so wird er seine Anklagen auch gegen Gottes Volk vorbringen. Er zaehlt die Welt zu seinem Herrschaftsgebiet, aber die kleine Schar, die die Gebote Gottes haelt, widersteht seiner Oberherrschaft. Koennte er diese von der Erde vertilgen, so wuerde sein Sieg vollkommen sein. Er sieht, dass heilige Engel sie bewahren und nimmt an, dass ihre Suenden verziehen worden sind; aber er weiss nicht, dass ihre Faelle im himmlischen Heiligtum entschieden wurden. Er kennt genau die Suenden, zu denen er sie verfuehrt hat, und stellt diese Gott im grellsten Licht dar und behauptet, dieses Volk verdiene es ebensosehr, von der Gnade Gottes ausgeschlossen zu werden, wie er selbst. Er erklaert, der Herr koenne von Rechts wegen ihre Suenden nicht vergeben, ihn und seine Engel jedoch vertilgen. Er beansprucht sie als seine Beute und verlangt, dass sie zur Vernichtung ihm ueberantwortet werden. Waehrend Satan Gottes Kinder wegen ihrer Suenden verklagt, gestattet ihm der Herr, sie bis zum aeussersten zu versuchen. Ihr Gottvertrauen, ihr Glaube und ihre Entschiedenheit werden schwer geprueft. Wenn sie die Vergangenheit ueberblicken, sinkt ihre Hoffnung; denn in ihrem ganzen Leben koennen sie wenig Gutes entdecken. Sie sind sich ihrer Schwachheit und Unwuerdigkeit voellig bewusst. Satan versucht sie mit dem Gedanken zu erschrecken, dass ihre Faelle hoffnungslos seien, dass der Makel ihrer Verunreinigung nie ausgewaschen werden koenne. Er hofft damit ihren Glauben so zu vernichten, dass sie seinen Versuchungen nachgeben und ihre Treue gegen Gott aufgeben. Obwohl die Kinder Gottes von Feinden umgeben sein werden, die es auf ihren Untergang abgesehen haben, so ist doch die Angst, die sie ausstehen, nicht eine Angst vor der Verfolgung um der Wahrheit willen; sondern sie fuerchten, nicht jede Suende bereut und durch irgendein Versehen ihrerseits die Erfuellung der Worte Christi versaeumt zu haben, in denen er verheisst, sie zu "bewahren vor der Stunde der Seite 619 (Englisch Seite 618,619) Versuchung, die kommen wird ueber den ganzen Weltkreis". (Offb. 3, 10) Haetten sie die Gewissheit, dass ihre Suenden vergeben waeren, so wuerden sie vor Marter und Tod nicht zurueckschrecken, sollten sie sich aber unwuerdig erweisen und wegen ihrer Charakterfehler ihr Leben verlieren, dann wuerde Gottes heiliger Name geschmaeht werden. Ueberall hoeren sie von den verraeterischen Anschlaegen und sehen das Wirken der Empoerung; es erhebt sich in ihnen das heftige Verlangen, die ernste Sehnsucht der Seele, dass dieser grosse Abfall enden und die Bosheit der Gottlosen zum Abschluss kommen moege. Aber waehrend sie Gott bitten, der Empoerung Einhalt zu gebieten, machen sie sich selbst Vorwuerfe, dass sie keine Kraft haben, der maechtigen Flut des Uebels zu widerstehen und sie einzudaemmen. Sie fuehlen, dass Satans Heere weniger Macht haben wuerden, sie zu ueberwaeltigen, falls sie alle ihre Faehigkeit im Dienste Christi eingesetzt haetten und von Kraft zu Kraft vorangegangen waeren. Sie kasteien ihre Seelen vor Gott, wobei sie darauf hinweisen, dass sie ihre vielen Suenden bereut haben, und sich auf das Versprechen des Heilandes berufen: "Er... wird mir Frieden schaffen; Frieden wird er mir dennoch schaffen." (Jes. 27, 5) Ihr Glaube wankt nicht, weil ihre Gebet nicht augenblicklich erhoert werden. Obwohl sie heftigste Angst, Schrecken und Not erleiden, hoeren sie doch nicht auf, zu Gott zu flehen. Sie ergreifen die Kraft Gottes, wie Jakob sich an den Engel des Bundes klammerte, und ihre Seelen sprechen: "Ich lasse dich nicht, du segnest mich denn!" Haette Jakob nicht zuvor seine Suende, die Erlangung der Erstgeburt durch Betrug, bereut, so wuerde Gott sein Gebet nicht erhoert und sein Leben nicht gnaedig bewahrt haben. Ebenso wuerden auch die Kinder Gottes ueberwaeltigt werden, wenn in der truebseligen Zeit, da sie von Angst und schrecken gepeinigt sind, noch nicht bekannte Suenden vor ihnen auftauchten; Verzweiflung wuerde ihren Glauben ersticken, und sie koennten kein Vertrauen haben, bei Gott um Errettung zu bitten. Aber waehrend sie sich des tiefen Gefuehls ihrer Unwuerdigkeit bewusst sind, haben sie keine verborgenen Fehler zu enthuellen. Ihre Suenden sind schon vorher beurteilt und ausgetilgt worden, und sie gedenken ihrer nicht mehr. Seite 620 (Englisch Seite 619,620) Satan verleitet viele zu glauben, dass Gott ihre Untreue in geringeren Dingen des Lebens uebersehe; aber der Herr zeigt in seiner Handlungsweise mit Jakob, dass er in keiner Weise das Boese gutheissen oder dulden wird. Alle, die sich bemuehen, ihre Suenden zu entschuldigen oder zu verbergen und sie uneingestanden und unvergeben in den Buechern des Himmels stehen lassen, werden von Satan ueberwunden werden. Je groesser ihr Anspruch auf Froemmigkeit und je ehrbarer die Stellung ist, die sie innehaben, desto aerger wird ihr Benehmen in den Augen Gottes sein und desto sicherer der Sieg ihres Gegners. Wer die Vorbereitung fuer den Tag Gottes aufschiebt, kann sie nicht in der truebseligen Zeit oder spaeter erlangen. Sein Fall ist hoffnungslos. Die Namenschristen, die unvorbereitet in den letzten schrecklichen Kampf gehen, werden in ihrer Verzweiflung ihre Suenden in Worten brennender Angst bekennen, waehrend die Gottlosen ueber ihren Jammer frohlocken. Diese Bekenntnisse tragen den gleichen Charakter wie die Esaus oder Judas. Sie beklagen die Folgen der Uebertretung, nicht aber ihre Schuld. Sie fuehlen keine wahre Reue, keinen Abscheu vor dem Uebel. Sie gestehen ihre Suende aus Furcht vor der Strafe; doch wie einst Pharao wuerden sie dem Himmel wiederum Trotz bieten, sollten die Gerichte zurueckgezogen werden. Die Geschichte Jakobs enthaelt auch die Versicherung, dass Gott die nicht verwerfen will, die betrogen, versucht und zur Suende verleitet worden sind, die sich aber in aufrichtiger Reue zu ihm gewandt haben. Waehrend Satan versucht, diese Menschen zu vernichten, wird Gott seine Engel senden, sie in der Zeit der Gefahr zu troesten und zu beschuetzen. Die Anlaeufe Satans sind grimmig und entschlossen, seine Taeuschungen schrecklich; aber das Auge des Herrn wacht ueber seine Kinder, und seine Ohren merken auf ihr Geschrei. Ihre Truebsal ist gross, die Flammen des Feuerofens scheinen sie verschlingen zu wollen; doch sie werden aus der Hand dessen, der sie laeutert, hervorgehen wie im Feuer gereinigtes Gold. Gottes Liebe zu seinen Kindern ist in der truebseligen Zeit ihrer schwersten Pruefungen ebenso stark und guetig wie in den Tagen ihres glaenzendsten Wohlergehens; aber es tut ihnen not, in dem Feuerofen gebracht zu werden; das Irdische an ihnen muss vernichtet werden, damit sie das Bild Christi vollkommen widerstrahlen koennen. Seite 621 (Englisch Seite 620,621) Die uns bevorstehende Zeit der Truebsal und Angst wird einen Glauben erfordern, der Muehsal, Verzug und Hunger erdulden kann, einen Glauben, der nicht wankt, wenn er auch schwer geprueft wird. Die Gnadenzeit wird allen gewaehrt, um sich auf jene Tage vorzubereiten. Jakob siegte, weil er ausdauernd und entschlossen war. Sein Sieg ist ein Beweis von der Kraft anhaltenden Gebets. Alle, die sich wie er auf die Verheissungen Gottes stuetzen und ebenso ernst und standhaft sind, wie er es war, werden gleich ihm Erfolg haben. Wer aber nicht willens ist, sich selbst zu verleugnen, vor Gott Reue zu zeigen und lange und ernstlich zu beten, wird seinen Segen nicht erlangen. Mit Gott ringen - wie wenige wissen, was das ist! Wie wenige Seelen haben mit heftigem Verlangen vor Gott ausgeharrt, bis jede Kraft aufs aeusserste angespannt war! Wie wenige halten sich in unerschuetterlichem Glauben an die Verheissungen Gottes, wenn die Wogen der Verzweiflung, die keine Sprache beschreiben kann, ueber den Bittenden hereinbrechen! Die jetzt nur wenig Glauben ueben, sind in der groessten Gefahr, der Macht satanischer Taeuschungen und dem Gewissenszwang zu unterliegen. Und selbst wenn sie die Pruefung ueberstehen, werden sie in der truebseligen Zeit in tieferen Jammer und groessere Angst geraten, weil sie es nie gewohnt waren, auf Gott zu vertrauen. Die Lehren des Glaubens, die sie vernachlaessigt haben, werden sie unter einem schrecklichen Druck der Entmutigung lernen muessen. Wir sollten uns nun mit dem Wesen Gottes vertraut machen, indem wir seine Verheissungen erproben. Engel berichten jedes Gebet, das ernst und aufrichtig ist. Wir sollten eher die selbstsuechtigen Befriedigungen aufgeben, als die Gemeinschaft mit Gott vernachlaessigen. Die tiefste Armut, die groesste Selbstverleugnung mit Gott sind besser als Reichtuemer, Ehrungen, Bequemlichkeit und Freundschaft ohne ihn. Wir muessen uns Zeit nehmen zum Gebet. Lassen wir unsere Gemueter von weltlicher Angelegenheiten in Anspruch nehmen, so gibt Gott uns vielleicht dazu die Zeit, indem er uns unsere Goetzen, die in Reichtum, in Haeusern oder fruchtbaren Laendereien bestehen, wegnimmt. Die Jugend wuerde nicht zur Suende verfuehrt werden, wenn sie sich weigerte, irgendeinen Pfad zu betreten, auf dem sie nicht Gottes Segen erbitten kann. Wuerden die Boten, die der Welt die letzte ernste Warnung Seite 622 (Englisch Seite 621,622) zutragen, um den Segen Gottes bitten - nicht in einer kalten, gleichgueltigen, nachlaessigen Weisem, sondern inbruenstig und im Glauben wie einst Jakob - so haetten sie oft Gelegenheit zu sagen: "Ich habe Gott von Angesicht gesehen, und meine Seele ist genesen:" (1. Mose 32, 31) Sie wuerden vom Himmel als Fuersten angesehen werden, da sie Macht haben, ueber Gott und Menschen den Sieg davonzutragen. Eine truebselige Zeit, wie nie zuvor gewesen ist, wird bald ueber uns hereinbrechen. Wir werden dann einer Erfahrung beduerfen, die wir jetzt nicht besitzen und die zu erstreben viele zu traege sind. Es geschieht oft, dass die Truebsal in der Vorstellung viel groesser erscheint als sie in Wirklichkeit ist; dies ist aber nicht der Fall bei den uns bevorstehenden entscheidenden Pruefungen. Die lebhafteste Vorstellung kann die Groesse der Feuerprobe nicht ermessen. In jener Zeit der Pruefung muss jeder fuer sich selbst vor Gott stehen. Wenngleich Noah, Daniel und Hiob im Lande waeren, "so wahr ich lebe, spricht der Herr Herr, wuerden sie weder Soehne noch Toechter, sondern allein ihre eigene Seele durch ihre Gerechtigkeit erretten." (Hes. 14, 20) Waehrend unser grosser Hoherpriester jetzt die Versoehnung fuer uns vollbringt, sollten wir versuchen (engl. "danach streben"), in Christus vollkommen zu werden. Nicht mit einem Gedanken gab unser Heiland der Macht der Versuchung nach. Satan findet in menschlichen Herzen diesen oder jenen Makel, den er sich zunutze macht; manche suendhafte Neigung wird gepflegt, durch die seine Versuchungen ihre Macht behaupten. Christus aber erklaerte von sich: "Es kommt der Fuerst dieser Welt, und hat nichts an mir." (Joh. 14, 30) Satan vermochte nichts im Herzen des Sohnes Gottes zu finden, das ihm haette helfen koennen, den Sieg davonzutragen. Christus hatte seines Vaters Gebote gehalten, und es war keine Suende in ihm, deren sich Satan zu seinem Vorteil haette bedienen koennen. Dies ist der Zustand, der jenen eigen sein muss, die in der truebseligen Zeit bestehen sollen. Schon in dem Leben muessen wir uns durch den Glauben an das versoehnende Blut Christi von der Suende trennen. Unser maechtiger Heiland laedt uns ein, uns ihm anzuschliessen, unsere Schwaeche mit seiner Kraft, unsere Unwissenheit mit seiner Weisheit, unsere Unwuerdigkeit mit seinem Verdienst zu verbinden. Gottes Vorsehung ist die Seite 623 (Englisch Seite 622,623) Schule, in der wir die Sanftmut und Demut Jesu lernen sollen. Der Herr stellt uns stets das wahre Lebensziel vor Augen, nicht aber den Weg, den wir waehlen moechten, der uns leichter und angenehmer erscheint. Es bleibt uns anheimgestellt, vereint mit den Kraeften zu wirken, die der Himmel einsetzt, um unsere Charaktere nach dem goettlichen Vorbild zu gestalten. Niemand kann diese Aufgabe vernachlaessigen oder aufschieben, ohne seine Seele in furchtbarer Weise zu gefaehrden. Der Apostel Johannes hoerte in einem Gesicht eine laute Stimme im Himmel, die ausrief: "Weh denen, die auf Erden wohnen und auf dem Meer! denn der Teufel kommt zu euch hinab und hat einen grossen Zorn und weiss, dass er wenig Zeit hat." (Offb. 12, 12) Schrecklich sind die Ereignisse, die diesen Ausruf der himmlischen Stimme veranlassen. Der Zorn Satans nimmt zu, je weniger er Zeit hat. Seine Taeuschungen und Zerstoerungen erreichen ihren Hoehepunkt in der truebseligen Zeit. Furchtbare, uebernatuerliche Erscheinungen werden sich bald am Himmel bekunden als Zeichen der Macht Wunder wirkender Daemonen. Die Geister der Teufel werden hingehen zu den Koenigen der Erde und zu der ganzen Welt, um sie in Taeuschung gefangenzuhalten und sie zu veranlassen, sich mit Satan in seinem letzten Kriegszug gegen die Regierung des Himmels zu vereinen. Durch diese Kraefte werden Herrscher und Untergebene in gleicher Weise betrogen werden. Menschen werden sich Christus nennen und den Titel und die Verehrung beanspruchen, die dem Erloeser der Welt zukommen. Sie werden erstaunliche Heilungen vollbringen und vorgeben, Offenbarungen vom Himmel empfangen zu haben, die jedoch dem Zeugnis der Heiligen Schrift widersprechen. Als kroenende Tat in dem grossen Drama der Taeuschung wird sich Satan als Christus ausgeben. Die Kirche hat lange Zeit bekannt, auf die Ankunft des Heilandes, das Ziel ihrer Hoffnung, zu warten. Nun wird der grosse Betrueger den Anschein erwecken, dass Christus gekommen sei. In verschiedenen Teilen der Erde wird sich Satan unter den Menschen als ein majestaetisches Wesen von verwirrendem Glanz offenbaren, das der von Johannes in der Offenbarung gegebenen Beschreibung des Sohnes Gottes gleicht. (Offb. 1, 13-15) Die Herrlichkeit, die ihn umgibt, Seite 624 (Englisch Seite 623,624) ist unuebertroffen von allem, was sterbliche Augen je gesehen haben. Es ertoent der Jubelruf: "Christus ist gekommen! Christus ist gekommen!" Das Volk wirft sich anbetend vor ihm nieder, waehrend er seine Haende erhebt und es segnet, wie Christus seine Juenger segnete, da er auf Erden lebte. Seine Stimme ist weich und gedaempft, doch voller Wohlklang. In mildem, bemitleidendem Ton bringt er einige derselben gnadenreichen himmlischen Wahrheiten vor, die der Heiland einst aussprach; er heilt die Gebrechen des Volkes, behauptet dann in seinem angemassten Charakter Christi, dass er den Sabbat in den Sonntag veraendert habe, und gebietet allen, den Tag, auf dem sein Segen ruhe, zu heiligen. Er erklaert, dass alle, die bei der Feier des siebenten Tages bleiben, seinen Namen laestern, da sie sich weigern, auf seine Engel zu hoeren, die er mit Licht und Wahrheit zu ihnen sandte. Das ist die starke, beinahe ueberwaeltigende Taeuschung. Gleich den Samaritern, die von Simon Magus hintergangen wurden, achtet die Menge, vom geringsten bis zum Vornehmsten, auf die Zaubereien und sagt: "Der ist die Kraft Gottes, die da gross ist." (Apg. 8. 10) Aber Gottes Volk wird nicht irregeleitet werden. Die Lehren dieses falschen Christus stimmen nicht mit der Heiligen Schrift ueberein. Dieser spricht seinen Segen ueber die Verehrer des Tieres und seines Bildes aus, gerade ueber die Klasse, von der die Heilige Schrift erklaert, dass der unvermischte Zorn Gottes ueber sie ausgegossen werden soll. Es wird Satan auch nicht gestattet sein, die art und Weise des Kommens Christi nachzuahmen. Der Heiland hat sein Volk vor einer derartigen Taeuschung gewarnt und sein Kommen deutlich beschrieben: "Es werden falsche Christi und falsche Propheten aufstehen und grosse Zeichen und Wunder tun, dass verfuehrt werden in den Irrtum (wo es moeglich waere) auch die Auserwaehlten... Darum, wenn sie zu euch sagen werden: Siehe, er ist in der Wueste! so gehet nicht hinaus, - siehe, er ist in der Kammer! so glaubt nicht. Denn gleichwie der Blitz ausgeht vom Aufgang und scheint bis zum Niedergang, also wird auch sein die Zukunft des Menschensohnes." (Matth. 24, 24 - 27; 31; Offb. 1, 7; 1. Thess. 4, 16. 17) Es gibt keine Moeglichkeit, dies Kommen vorzutaeuschen. Es wird allgemein bekannt werden und der ganzen Welt sichtbar sein. Seite 625 (Englisch Seite 624,625) Nur die, welche eifrig in der Bibel geforscht und die Liebe zur Wahrheit angenommen haben, werden vor der gewaltigen Taeuschung, die die Welt gefangennimmt, geschuetzt sein. Durch das Zeugnis der Heiligen Schrift werden sie den Betrueger in seiner Verkleidung erkennen, zudem wird die Pruefungszeit anbrechen. Durch den Ausleseprozess infolge der Versuchung wird der echte Christ offenbar werden. Ist Gottes Volk jetzt so fest auf sein Wort gegruendet, dass es sich nicht auf seine Sinneswahrnehmungen verlaesst? Wird es sich in einer solchen Entscheidungsstunde an die Heilige Schrift und nur an die Heilige Schrift halten? Satan wird mit allen Mitteln zu verhindern suchen, dass es sich darauf vorbereitet, an jenem Tage bestehen zu koennen. Er wird alles so anordnen, dass den Gotteskindern der Weg versperrt ist, er wird sie mit irdischen Schaetzen bestricken, ihnen eine schwere, muehsame Last aufbuerden, damit ihre Herzen mit den Sorgen dieses Lebens ueberladen werden moechten und der Tag der Pruefung wie ein Dieb ueber sie komme. Da das von verschiedenen Herrschern der Christenheit erlassene Gesetz gegen die Glaeubigen, die Gottes Gebot halten, diesen den Schutz der Regierung entzieht und sie denen ausliefert, die ihren Untergang wollen, wird Gottes Volk aus den Staedten und Doerfern fliehen, sich in Gruppen sammeln und an den oedesten und einsamsten Orten wohnen. Viele werden in Bergfesten Zuflucht finden. Gleich den Christen der piemontesischen Taeler werden sie die hohen Oerter der Erde zu ihrem Heiligtum machen und Gott fuer den Schutz der Felsen danken. (Jes. 33, 16) Aber viele aus allen Voelkern und Staenden, hoch und niedrig, reich und arm, schwarz und weiss, werden ausserordentlich ungerechte und grausame Gefangenschaft zu erdulden haben. Die Geliebten Gottes muessen beschwerliche Tage verbringen: in Ketten gebunden, hinter Schloss und Riegel, zum Tode verurteilt, einige anscheinend dem Hungertode ueberlassen in finsteren und ekelerregenden Verliesen, kein menschliches Ohr steht ihren Wehklagen offen, keine menschliche Hand bereit, ihnen zu helfen. Wird der Herr sein Volk in dieser schweren Stunde vergessen? Vergass er den treuen Noah, als die vorsintflutliche Welt von den Gerichten Gottes heimgesucht wurde? Vergass er Lot, als Feuer vom Himmel herabfuhr, Seite 626 (Englisch Seite 625,626) um die Staedte der Ebene zu verzehren? Vergass er den von Goetzendienern umgebenen Joseph in Aegypten? Vergass er Elia, als der Eid Isebels ihn mit dem Schicksal der Baalspropheten bedrohte? Vergass er Jeremia in der finsteren, schauerlichen Grube des Gefaengnisses? Vergass er die drei tapferen Juenglinge im Feuerofen, oder Daniel in der Loewengrube? "Zion aber spricht: Der Herr hat mich verlassen, der Herr hat mein vergessen. Kann auch ein Weib ihres Kindleins vergessen, dass sie sich nicht erbarme ueber den Sohn ihres Leibes? Und ob sie desselben vergaesse, so will ich doch dein nicht vergessen. Siehe, in die Haende habe ich dich gezeichnet." (Jes. 49, 14-16) Der Herr der Heerscharen hat gesagt, dass "wer euch antastet, der tastet seinen Augapfel an". (Sach. 2, 12) Obgleich die Feinde sie ins Gefaengnis werfen, so koennen die Kerkermauern den Verkehr zwischen ihnen und Christus doch nicht absperren. Einer, der ihre Schwachheit sieht und mit jeder Pruefung vertraut ist, thront ueber allen irdischen Maechten, und Engel werden sie in ihren einsamen Gefaengniszellen besuchen und ihnen Licht und Frieden vom Himmel bringen. Das Gefaengnis wird wie ein Palast sein, denn die reich sind im Glauben befinden sich dort; die duesteren Mauern werden von himmlischen Licht erhellt wie damals, als Paulus und Silas im Gefaengnis zu Philippi um Mitternacht beteten und Loblieder sangen. Gottes Gerichte werden die heimsuchen, die sein Volk unterdruecken und verderben. Seine grosse Langmut mit den Gottlosen macht die Menschen kuehn in ihrer Uebertretung; aber wenn ihre Strafe auch lange aufgeschoben wurde, ist sie ihnen nichtsdestoweniger gewiss, und sie wird schrecklich sein. "Denn der Herr wird sich aufmachen wie auf dem Berge Perazim und zuernen wie im Tal Gibeon, dass er sein Werk vollbringe auf eine fremde Weise und dass er seine Arbeit tue auf seine seltsame Weise." (Jes. 28, 21) Unserem barmherzigen Gott widerstrebt das Strafen. "So wahr als ich lebe, spricht der Herr Herr, ich habe keinen Gefallen am Tode des Gottlosen." (Hes. 33, 11) Der Herr ist "barmherzig und gnaedig und geduldig und von grosser Gnade und Treue... und vergibt Missetat, Uebertretung und Suende", und doch laesst er nichts ungestraft. "Der Herr ist geduldig und von grosser Kraft, vor welchem niemand unschuldig Seite 627 (Englisch Seite 626,627) ist." (2. Mose 34, 6. 7; Nah. 1, 3) Durch schreckliche Gerechtigkeit wird er die Autoritaet seines mit Fuessen getretenen Gesetzes rechtfertigen. Die strenge Vergeltung die den Uebertreter erwartet, zeigt sich darin, dass der Herr zoegert, das Gericht zu vollstrecken. Das Volk, mit dem er so lange Geduld geuebt hat und das er nicht schlagen will, bis das Mass seiner Ungerechtigkeit gegen Gott voll ist, wird schliesslich den Kelch des Zorns trinken, dem keine Gnade beigemischt ist. Wenn Christus sein Mittleramt im Heiligtum niederlegt, wird der lautere Zorn ausgegossen werden, der denen angedroht wurde, die das Tier und sein Bild anbeten und sein Malzeichen annehmen. (Offb. 14, 9. 10) Die Plagen, die ueber Aegypten kamen, liessen jene schrecklicheren und umfassenderen Gerichte vorausahnen, die die Welt gerade vor der endgueltigen Befreiung des Volkes Gottes heimsuchen werden. Der Schreiber der Offenbarung sagt, indem er diese furchtbaren Geisseln beschreibt: "Es ward eine boese und arge Druese an den Menschen, die das Malzeichen des Tieres hatten und die sein Bild anbeteten." Das Meer "ward Blut wie eines Toten, und alle lebendigen Seelen starben in dem Meer... Und der dritte Engel goss aus seine Schale in die Wasserstroeme und in die Wasserbrunnen; und es ward Blut". So schrecklich diese Plagen auch sein werden, Gottes Gerechtigkeit ist voellig gerechtfertigt. Der Engel erklaert: "Herr, du bist gerecht..., dass du solches geurteilt hast, denn sie haben das Blut der Heiligen und der Propheten vergossen, und Blut hast du ihnen zu trinken gegeben; denn sie sind`s wert." (Offb. 16, 2- 6) Indem sie die Kinder Gottes zum Tode verurteilten, haben sie die Schuld ihres Blutes ebenso auf sich geladen, als wenn es von ihren eigenen Haenden vergossen worden waere. In gleichen Weise erklaerte Christus die Juden seiner Zeit des Blutes der Heiligen schuldig, das seit den Tagen Abels vergossen worden war; denn sie besassen den gleichen Geist wie diese Moerder der Propheten und wollten das gleiche Werk tun. In der darauffolgenden Plage wird der Sonne Macht gegeben, "den Menschen heiss zu machen mit Feuer. Und den Menschen ward heiss vor grosser Hitze". (Offb. 16, 8. 9) Die Propheten schildern den Zustand der Erde zu dieser schrecklichen Zeit mit folgenden Worten: "Das Feld ist verwuestet... das Getreide ist verdorben... Alle Baeume auf dem Felde Seite 628 (Englisch Seite 627,628) sind verdorrt; denn die Freude der Menschen ist zum Jammer geworden... Der Same ist unter der Erde verfault, die Kornhaeuser stehen wueste... O wie seufzt das Vieh! Die Rinder sehen klaeglich, denn sie haben keine Weide... die Wasserbaeche sind ausgetrocknet und das Feuer hat die Auen in der Wueste verbrannt." "Die Lieder in dem Palaste sollen in ein Heulen verkehrt werden zu selben Zeit, spricht der Herr Herr; es werden viel Leichname liegen an allen Orten, die man in der Stille hinwerfen wird." (Joel 1, 10 - 12, 17 - 20; Amos 8,3) Diese Plagen sind nicht allgemein, sonst wuerden die Bewohner der Erde vollstaendig ausgerottet werden. Doch sie werden die schrecklichsten Heimsuchungen sein, die Sterbliche je erfahren haben. Alle Gerichte, die vor Beendigung der Gnadenzeit ueber die Menschen kamen, waren mit Gnade vermischt. Das um Vergebung flehende Blut Christi hat den Suender vor dem vollen Mass seiner Schuld verschont; aber im Endgericht wird der Zorn Gottes lauter, ohne Gnade ausgegossen werden. An jedem Tage werden viele den Schutz der goettlichen Gnade begehren, die sie bis dahin verachtet haben. "Siehe, es kommt die Zeit, spricht der Herr Herr, dass ich einen Hunger ins Land schicken werde, nicht einen Hunger nach Brot oder Durst nach Wasser, sondern nach dem Wort des Herrn, zu hoeren; dass sie hin und her von einem Meer zum andern, von Mitternacht gegen Morgen umlaufen und des Herrn Wort suchen, und doch nicht finden werden." (Amos 8, 11. 22) Gottes Volk wird nicht frei von Leiden sein; aber waehrend man es verfolgt und bedraengt, waehrend es Entbehrung ertraegt und Hunger leidet, wird es doch nicht umkommen. Gott, der fuer Elia sorgte, wird an keinem seiner sich selbst aufopfernden Kinder voruebergehen. Der die Haare auf ihren Haeuptern zaehlt, wird fuer sie sorgen, und zur Zeit der Teuerung werden sie genug haben. Waehrend die Gottlosen verhungern und an Seuchen zugrundegehen, beschuetzen Engel die Gerechten und befriedigen deren Beduerfnisse. Fuer den, der in Gerechtigkeit wandelt, gilt die Verheissung: "Sein Brot wird ihm gegeben, sein Wasser hat er gewiss." "Die Elenden und Armen suchen Wasser, und ist nichts da; ihre Zunge verdorrt vor Durst. Aber ich, der Herr, will sie erhoeren; ich, der Gott Israels will sie nicht verlassen." (Jes. 33, 16; 41, 17) Seite 629 (Englisch Seite 628,629) "Denn der Feigenbaum wird nicht gruenen, und wird kein Gewaechs sein an den Weinstoecken; die Arbeit am Oelbaum ist vergeblich, und die Aecker bringen keine Nahrung; und Schafe werden aus den Huerden gerissen, und werden keine Rinder in den Staellen sein. Aber ich will mich freuen des Herrn und froehlich sein in Gott, meinem Heil." (Hab. 3, 17. 18) "Der Herr behuetet dich; der Herr ist dein Schatten ueber deiner rechten Hand, dass dich des Tages die Sonne nicht steche noch der Mond des Nachts. Der Herr behuete dich vor allem Uebel, er behuete deine Seele." (Ps. 121, 5 - 7; 91, 3 - 10) "Er errettet dich vom Strick des Jaegers und von der schaedlichen Pestilenz. Er wird dich mit seinen Fittichen decken, und deine Zuversicht wird sein unter seinen Fluegeln. Seine Wahrheit ist Schirm und Schild, dass du nicht erschrecken muessest vor dem Grauen der Nacht, vor den Pfeilen, die des Tages fliegen, vor der Pestilenz, die im Finstern schleicht, vor der Seuche, die im Mittage verderbt. Ob tausend fallen zu deiner Seite und zehntausend zu deiner Rechten, so wird es doch dich nicht treffen. Ja du wirst mit deinen Augen deine Lust sehen und schauen, wie den Gottlosen vergolten wird. Denn der Herr ist deine Zuversicht; der Hoechste ist deine Zuflucht. Es wird dir kein Uebel begegnen, und keine Plage wird zu deiner Huette sich nahen." (Ps. 121, 5-7; 91, 3-10) Dennoch wird es nach menschlichem Dafuerhalten den Anschein haben, als muesse Gottes Volk sein Zeugnis bald mit dem Blut besiegeln, wie vor ihm einst die Maertyrer. Das Volk befuerchtet, der Herr habe es verlassen, damit es in die Hand seiner Feinde falle. es ist eine Zeit schrecklicher Seelenangst. Tag und Nacht schreien die Bedraengten zu Gott um Befreiung. Die Gottlosen frohlocken, und man vernimmt den hoehnenden Ruf: "Wo ist nun euer Glaube? Warum befreit euch Gott nicht aus unseren Haenden, wenn ihr wirklich sein Volk seid?" Aber die Wartenden denken daran, dass die Hohenpriester und Obersten beim Tode Jesu am Kreuz auf Golgatha spottend ausriefen: "Andern hat er geholfen, und kann sich selber nicht helfen. Ist er der Koenig Israels, so steige er nun vom Kreuz, so wollen wir ihm glauben." (Matth. 27, 42) Wie Jakob ringen alle mit Gott. In ihren Angesichtern spiegelt sich der inne Kampf wieder. Blaesse liegt auf ihren Zuegen. Doch hoeren sie mit ihrer ernsten Fuerbitte nicht auf. Seite 630 (Englisch Seite 629,630) Wuerden den Menschen die Augen geoeffnet, sie erblickten Scharen von starken Engeln, die um jene lagern, welche das Wort der Geduld Christi bewahrt haben. In mitfuehlender Besorgnis haben die Engel ihren Jammer gesehen und ihre Gebete gehoert. Sie hoffen auf das Wort ihres Gebieters, um sie aus der Gefahr herauszureissen. Sie muessen jedoch noch ein wenig warten. Die Kinder Gottes muessen den Kelch trinken und mit der Taufe getauft werden. Gerade die fuer sie so quaelende Verzoegerung ist die beste Antwort auf ihre Bitten. Indem sie vertrauensvoll auf den Herrn warten, dass er wirke, kommen sie dahin, Glauben, Hoffnung und Geduld zu ueben, die sie in ihrem religioesen Leben zu wenig geuebt haben. Dennoch wird um der Auserwaehlten willen die truebselige Zeit verkuerzt werden. "Sollte aber Gott nicht auch retten seine Auserwaehlten, die zu ihm Tag und Nach rufen, und sollte er's mit ihnen verziehen? Ich sage euch: Er wird sie erretten in einer Kuerze:" (Luk. 18, 7. 8) Das Ende wird schneller kommen, als die Menschen es erwarten. Der Weizen wird gesammelt und in Garben gebunden fuer die Scheune Gottes, das Unkraut aber wird fuer das Feuer der Verwuestung gebunden werden. Der ihnen anvertrauten Aufgabe getreu, wachen die himmlischen Waechter auch in Zukunft. Obwohl ein allgemeines Gebot die Zeit bestimmt hat, da diejenigen, die Gottes Gebote halten, umgebracht werden sollen, so werden doch ihre Feinde in manchen Faellen dem Erlass zuvorkommen wollen und versuchen, sie zu toeten. Aber niemand kann an den maechtigen Waechtern vorbeikommen, die jede Seele bewahren. Einige werden auf ihrer Flucht aus den Staedten und Doerfern angegriffen; doch die gegen sie erhobenen Schwerter zerbrechen und fallen machtlos wie ein Strohhalm zu Boden. Andere werden von Engeln in der Gestalt von Kriegern verteidigt. Zu allen Zeiten hat Gott fuer den Beistand und fuer die Befreiung seines Volkes durch heilige Engel gewirkt. Himmlische Wesen haben an dem Leben und Treiben der Menschen taetigen Anteil genommen. Sie sind erschienen in Gewaendern, die wie der Blitz leuchteten, oder sind gekommen als Menschen in Wandertracht. Engel sind den Maennern Gottes in menschlicher Gestalt erschienen. Sie haben des Mittags unter den Eichen geruht, als ob sie muede waeren, haben bei Nacht Seite 631 (Englisch Seite 630,631) verspaeteten Reisenden als Fuehrer gedient, mit ihren eigenen Haenden das Feuer auf dem Altar angezuendet und die Gastfreundschaft irdischer Wohnungen angenommen. Sie haben Gefaengnistueren geoeffnet und die Diener Gottes freigelassen. Mit der Waffenruestung des Himmels angetan, kamen sie, um den Stein vom Grabe des Heilandes wegzurollen. In Menschengestalt sind Engel oft in den Versammlungen der Gerechten anwesend und besuchen die Zusammenkuenfte der Gottlosen, wie sie einst nach Sodom kamen, um einen Bericht von den Taten seiner Einwohner aufzunehmen und zu entscheiden, ob sie das Mass der Langmut Gottes ueberschritten hatten. Der Herr hat Wohlgefallen an der Barmherzigkeit; und um einiger weniger willen, die ihm wirklich dienen, haelt er das Unglueck zurueck und verlaengert die Ruhe der Menge. Wie wenig erkennen die Suender, dass sie ihr eigenes Leben dem Haeuflein Gottgetreuer verdanken, die sie verspotten und unterdruecken, um sich zu ergoetzen! Wenn die Herrscher dieser Welt es auch nicht wissen, so haben doch oft in ihren Versammlungen Engel das Wort gefuehrt. Menschliche Augen haben auf sie geblickt, menschliche Ohren ihren Aufforderungen gelauscht: menschliche Lippen haben sich ihren Vorschlaegen widersetzt und ihre Ratschlaege verlacht; menschliche Haende haben sie beleidigt und misshandelt. In der Ratsversammlung, an den Gerichtshoefen haben sich diese himmlischen Boten mit der menschlichen Geschichte sehr vertraut gezeigt, sie haben die Sache der Unterdrueckten besser vertreten als deren faehigste und beredteste Verteidiger. Sie habe Absichten vereitelt und boese Taten aufgehalten, die das Werk Gottes sehr behindert und seinem Volk grosse Leiden verursacht haetten. In der Stunde der Gefahr und der Truebsal lagert "der Engel des Herrn... sich um die her, so ihn fuerchten, und hilft ihnen aus". (Ps. 34, 8) Mit grosser Sehnsucht erwartet das Volk Gottes die Anzeichen seines kommenden Koenigs. Wenn die Waechter angerufen werden: "Hueter, ist die Nacht schier hin?", wird ohne Zoegern die Antwort gegeben: "Wenn der Morgen schon kommt, so wird es doch Nacht sein." (Jes. 21, 11. 12) Licht erglaenzt auf den Wolken ueber den Bergesspitzen. Bald wird sich seine Herrlichkeit offenbaren. Die Sonne der Gerechtigkeit wird bald Seite 632 (Englisch Seite 631,632) hervorleuchten. Der Morgen und die Nacht, der Beginn des endlosen Tages fuer die Gerechten, der Anfang der ewigen Nacht fuer die Gottlosen, stehen nahe bevor. Waehrend die Ringenden ihre Bitten zu Gott emporsenden, scheint der Schleier, der sie von der unsichtbaren Welt trennt, fast weggezogen zu sein. Die Himmel ergluehen von der Daemmerung des ewigen Tages, und gleich einem klangvollen Engelchor erschallen die Worte an das Ohr: Steht fest in eurer Treue! Die Hilfe kommt! Christus, der allmaechtige Sieger, haelt seinen mueden Streitern eine Krone unvergaenglicher Herrlichkeit bereit, und seine Stimme ertoent von den halbgeoeffneten Toren: "Siehe, ich bin mit euch! Fuerchtet euch nicht! Ich kenne all euren Kummer, ich habe eure Sorgen getragen. Ihr kaempft nicht gegen unbesiegbare Feinde. Ich habe den Kampf eurethalben ausgefochten, und in meinem Namen seid ihr unueberwindlich." Der liebevolle Heiland wird gerade dann Hilfe senden, wenn wir sie brauchen. Der Weg zum Himmel ist durch seine Fusstapfen geheiligt. Jeder Dorn, der unseren Fuss verwundet, hat auch seinen Fuss verletzt. Jedes Kreuz, das zu tragen wir berufen werden, hat er vor uns getragen. Der Herr laesst Kaempfe zu, damit die Seele fuer den Frieden vorbereitet werde. Die truebselige Zeit ist eine schreckliche Feuerprobe fuer Gottes Volk; aber es ist auch fuer jeden Glaeubigen die Zeit, emporzublicken, und er wird im Glauben ueber sich den Bogen der Verheissung sehen. "Also werden die Erloesten des Herrn wiederkehren und gen Zion kommen mit Jauchzen, und ewige Freude wird auf ihrem Haupte sein. Wonne und Freude werden sie ergreifen; aber Trauern und Seufzen wird von ihnen fliehen. Ich, ich bin euer Troester. Wer bist du denn, dass du dich vor Menschen fuerchtest, die doch sterben, und vor Menschenkindern, die wie Gras vergehen, und vergissest des Herrn, der dich gemacht hat... Du aber fuerchtest dich taeglich den ganzen Tag vor dem Grimm des Wueterichs, wenn er sich vornimmt zu verderben. Wo bleibt nun der Grimm des Wueterichs? Der Gefangene wird eilends losgegeben, dass er nicht hinsterbe zur Grube, auch keinen Mangel an Brot habe. Denn ich bin der Herr, dein Gott, der das Meer bewegt, dass seine Wellen wueten; sein Name heisst Herr Zebaoth. Ich lege mein Wort in deinen Mund und bedecke dich unter dem Schatten meiner Haende... Seite 633 (Englisch Seite 632,633) Darum hoere dies, du Elende und Trunkene, doch nicht von Wein! So spricht dein Herrscher, der Herr, und dein Gott, der sein Volk raecht: Siehe, ich nehme den Taumelkelch von deiner Hand samt den Hefen des Kelchs meines Grimmes; du sollst ihn nicht mehr trinken, sondern ich will ihn deinen Schindern in die Hand geben, die zu deiner Seele sprachen: Buecke dich, dass wir darueberhin gehen, und mache deinen Ruecken zur Erde und wie eine Gasse, dass man darueberhin laufe." (Jes. 51, 11 - 16, 21 - 23) Das alle Zeiten ueberschauende Auge Gottes war auf die Entscheidungsstunde gerichtet, der die Kinder Gottes begegnen muessen, wenn die irdischen Maechte sich gegen sie aufstellen. Den gefangenen Verbannten gleich werden sie sich fuerchten vor dem Tod durch Hunger oder Gewalt. Aber der Heilige, der das Rote Meer vor Israel teilte, wird seine gewaltige Macht offenbaren und ihre Gefangenschaft wenden. "Sie sollen, spricht der Herr Zebaoth, des Tages, den ich machen will, mein Eigentum sein; und ich will ihrer schonen, wie ein Mann seines Sohnes schont, der ihm dient." (Mal. 3, 17) Wuerde das Blut der treuen Zeugen Christi zu dieser Zeit vergossen, so koennte es nicht gleich dem Blut der Maertyrer wie ein Same sein, gesaet, damit eine Ernte zu Gottes Ehre reife. Ihre Treue waere kein Zeugnis, um andere von der Wahrheit zu ueberzeugen; denn die Wogen der Barmherzigkeit haben sich an den verhaerteten Herzen gebrochen, bis sie nicht mehr wiederkehrten. Fielen die Gerechten jetzt ihren Feinden zum Opfer, so bedeutete das fuer den Fuersten der Finsternis einen Sieg. Der Psalmist sagt: "Er deckt mich in seiner Huette zur boesen Zeit, er verbirgt mich heimlich in seinem Gezelt." (Ps. 27, 5) Christus hat die Worte gesprochen: "Gehe hin, mein Volk, in deine Kammer und schliess die Tuer nach dir zu; verbirg dich einen kleinen Augenblick, bis er Zorn voruebergehe. Dann siehe, der Herr wird ausgehen von seinem Ort, heimzusuchen die Bosheit der Einwohner des Landes ueber sie." (Jes. 26, 20.21) Herrlich wird die Rettung jener Menschen sein, die geduldig auf seine Wiederkunft gewartet haben und deren Namen im Buch des Lebens geschrieben stehen! Seite 634 (Englisch Seite 633,634) |