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Der grosse Kampf zwischen Licht und Finsternis „Erweckung und Hinkehr zum wahren Glauben” Gottes Gesetz ist unveraenderlich "Der Tempel Gottes ward aufgetan im Himmel, und die Lade seines Bundes ward in seinem Tempel gesehen." (Offb. 11, 19) Die Lade des Bundes Gottes steht im Allerheiligsten, der zweiten Abteilung des Heiligtums. Im Dienst der irdischen Huette, der "dem Vorbild und dem Schatten des Himmlischen" diente, wurde diese Abteilung nur am grossen Versoehnungstag zur Reinigung des Heiligtums geoeffnet. Darum verweist die Ankuendigung, dass der Tempel Gottes im Himmel geoeffnet und die Lade des Bundes darin gesehen wurde, auf das Auftun des Allerheiligsten im himmlischen Heiligtum, auf das Jahr 1844, als Christus dort eintrat, um das Schlusswerk der Versoehnung zu vollziehen. Alle, die ihrem grossen Hohenpriester im Glauben folgten, als er seinen Dienst im Allerheiligsten antrat, sahen die Bundeslade. Weil sie das Heiligtum erforscht hatten, verstanden sie den Wechsel im Dienst des Heilandes und erkannten, dass er jetzt vor der Lade Gottes diente und dort sein Blut fuer die Suender geltend machte. Die Lade in der Huette auf Erden enthielt die zwei steinernen Tafeln, auf denen die Gebote des Gesetzes Gottes eingegraben waren. Die Lade war ein Behaelter fuer die Gesetzestafeln; das Vorhandensein der goettlichen Gebote verlieh ihr Wert und Heiligkeit. Als der Tempel Gottes im Himmel aufgetan wurde, war die Lade des Bundes zu sehen. Im Allerheiligsten des himmlischen Heiligtums wird das goettliche Gesetz unverletzlich aufbewahrt, das Gesetz, das unter dem Donner am Sinai von Gott selbst gesprochen und von ihm selbst auf steinerne Tafeln geschrieben worden war. Das Gesetz Gottes im himmlischen Heiligtum ist die grosse Urschrift, wovon die auf steinerne Tafeln geschriebenen, in den Buechern Mose Seite 434 (Englisch Seite 433,434) verzeichneten Gebote eine untruegliche Abschrift waren. Alle, die diese wichtige Wahrheit verstehen lernten, kamen auf diese Weise dahin, die Heiligkeit und Unveraenderlichkeit des goettlichen Gesetzes zu erkennen. Wie nie zuvor wurde ihnen die Kraft der Worte des Heilandes verstaendlich. "Bis dass Himmel und Erde zergehe, wird nicht zergehen der kleinste Buchstabe noch ein Tuettel vom Gesetz, bis dass es alles geschehe." (Matth. 5, 18) Das Gesetz Gottes, eine Offenbarung seines Willens, ein Abbild seines Wesens, muss als ein treuer Zeuge ewig bestehen. Auch nicht ein Gebot ist aufgehoben; nicht der kleinste Buchstabe oder Tuettel ist veraendert worden. Der Psalmist sagt: "Herr, dein Wort bleibt ewiglich, soweit der Himmel ist." "Alle seine Gebote sind rechtschaffen. Sie werden erhalten immer und ewiglich." (Ps. 119, 89; 111, 7. 8) Gerade im Herzen der Zehn Gebote steht das vierte Gebot, wie es zuerst verkuendigt wurde: "Gedenke des Sabbattags, dass du ihn heiligest. Sechs Tage sollst du arbeiten und alle deine Dinge beschicken; aber am siebenten Tage ist der Sabbat des Herrn...; da sollst du kein Werk tun noch dein Sohn noch deine Tochter noch dein Knecht noch deine Magd noch dein Vieh noch dein Fremdling, der in deinen Toren ist. Denn in sechs Tagen hat der Herr Himmel und Erde gemacht und das Meer und alles, was darinnen ist, und ruhete am siebenten Tage. Darum segnete der Herr den Sabbattag und heiligte ihn." (2. Mose 20, 8-11) Der Geist Gottes beeinflusste die Herzen derer, die sein Wort erforschten. Ihnen draengte sich die Ueberzeugnung auf, dass sie dieses Gebot unwissentlich uebertreten und den Ruhetag des Schoepfers missachtet hatten. Sie begannen, die Gruende fuer die Feier des ersten Wochentages statt des von Gott geheiligten Tages zu pruefen. Sie konnten in der Heiligen Schrift keinen Beweis fuer die Aufhebung oder Veraenderung des vierten Gebots finden; der Segen, der den siebenten Tag heiligte, war ihm nie entzogen worden. Aufrichtig hatten sie danach gesucht, Gottes Willen zu erfahren und nach ihm zu handeln; jetzt erkannten sie sich als Uebertreter seines Gesetzes. Tiefer Schmerz erfuellte ihre Herzen, und sie bewiesen ihre Treue gegen Gott dadurch, dass sie den Sabbat heiligten. Viele ernste Anstrengungen wurden unternommen, um ihren Glauben umzustossen. Es war deutlich, dass, wenn das irdische Heiligtum Seite 435 (Englisch Seite 434,435) ein Abbild des himmlischen war, auch das in der irdischen Bundeslade aufbewahrte Gesetz eine genaue Abschrift des Gesetzes in der himmlischen Bundeslade darstellte, und dass die Annahme der Wahrheit von dem himmlischen Heiligtum die Anerkennung der Ansprueche des Gesetzes Gottes und somit auch die Verbindlichkeit gegen den Sabbat des vierten Gebotes einschloss. Hier lag das Geheimnis des bitteren und entschlossenen Widerstandes gegen jene uebereinstimmende Auslegung der Heiligen Schrift, die den Dienst Christi im himmlischen Heiligtum offenbarte. Menschen versuchten die Tuer zu schliessen, die Gott geoeffnet hatte, und die Tuer zu oeffnen, die er geschlossen hatte. Aber "der auftut, und niemand schliesst zu; der zuschliesst, und niemand tut auf", hatte gesagt: "Siehe, ich habe vor dir gegeben eine offene Tuer, und niemand kann sie zuschliessen." (Offb. 3,7.8) Christus hatte die Tuer aufgeschlossen, d.h. den Dienst im Allerheiligsten aufgenommen. Aus jener offenen Tuer des himmlischen Heiligtums strahlte Licht, das uns zeigte, dass das vierte Gebot in das dort aufbewahrte Gesetz eingeschlossen ist. Was Gott eingesetzt hatte, konnte kein Mensch aufheben. Seelen, die das Licht ueber die Mittlerschaft Christi und die Bestaendigkeit des Gesetzes Gottes angenommen hatten, fanden, dass dies die in Offenbarung 14 offenbarten Wahrheiten waren. Die Botschaften dieses Kapitels enthalten eine dreifache Warnung (*), die die Bewohner der Erde auf die Wiederkunft des Herrn vorbereiten soll. Die Ankuendigung: "Die Zeit seines Gerichts ist gekommen" weist auf das Schlusswerk des Dienstes Christi fuer die Erloesung der Menschen hin. Sie erklaert eine Wahrheit, die verkuendigt werden muss, ehe die Fuerbitte des Heilandes aufhoert und er zur Erde zurueckkehrt, um sein Volk zu sich zu nehmen. Das Gericht, das im Jahre 1844 seinen Anfang nahm, muss so lange dauern, bis die Schicksale aller, der Lebendigen und der Toten, entschieden sind, also bis zum Ende der Gnadenzeit. Damit die Menschen vorbereitet sein moechten, im Gericht zu bestehen, verlangt die Botschaft: "Fuerchtet Gott und gebet ihm die Ehre", "und betet an den, der gemacht hat Himmel und Erde und Meer und die Wasserbrunnen". Das Ergebnis der Annahme dieser Botschaft zeigen die Worte an: "Hier sind, die da halten die Gebote Gottes und den Glauben Seite 436 (Englisch Seite 435,436) an Jesum." Um auf das Gericht vorbereitet zu sein, ist es noetig, das Gesetz Gottes zu beachten. Nach diesem Gesetz wird im Gericht der Charakter beurteilt werden. Der Apostel Paulus erklaert: "Welche unter dem Gesetz gesuendigt haben, die werden durchs Gesetz verurteilt werden... auf den Tag, da Gott das Verborgene der Menschen durch Jesum Christum richten wird." Weiter sagt er: "Die das Gesetz tun, werden gerecht sein." (Roem. 2, 12-16) Der Glaube ist notwendig, um das goettliche Gesetz halten zu koennen; denn "ohne Glauben ist's unmoeglich, Gott zu gefallen". "Was aber nicht aus dem Glauben geht, das ist Suende." (Hebr. 11, 6; Roem 14, 23) Durch den ersten Engel werden die Menschen aufgefordert, Gott zu fuerchten, ihm die Ehre zu geben und ihn als den Schoepfer des Himmels und der Erde anzubeten. Um dies tun zu koennen, muessen sie seinem Gesetz gehorchen. Salomo sagte: "Fuerchte Gott und halte seine Gebote; denn das gehoert allen Menschen zu." (Pred. 12, 13) Ohne Gehorsam gegen seine Gebote kann kein Gottesdienst dem Herrn gefallen. "Das ist die Liebe zu Gott, dass wir seine Gebote halten." "Wer sein Ohr abwendet, das Gesetz zu hoeren, des Gebet ist ein Greuel." (1. Joh. 5, 3; Spr. 28, 9) Die Verpflichtung, Gott anzubeten, beruht auf der Tatsache, dass er der Schoepfer ist und dass ihm alle andern Wesen ihr Dasein verdanken. Wo immer in der Bibel hervorgehoben wird, dass er ein groesseres Anrecht auf Ehrfurcht und Anbetung hat als die Goetter der Heiden, da werden die Beweise seiner Schoepfermacht angefuehrt. "Denn alle Goetter der Voelker sind Goetzen; aber der Herr hat den Himmel gemacht." (Ps. 96, 5) "Wem wollt ihr denn mich nachbilden, dem ich gleich sei? spricht der Heilige. Hebet eure Augen in die Hoehe und sehet! Wer hat solche Dinge geschaffen?... So spricht der Herr, der den Himmel geschaffen hat, der Gott, der die Erde bereitet hat... Ich bin der Herr, und ist keiner mehr." (Jes. 40, 25. 26; 46, 18) Der Psalmist sagt: "Erkennet, dass der Herr Gott ist! Er hat uns gemacht - und nicht wir selbst." "Kommt, lasst uns anbeten... und niederfallen vor dem Herrn, der uns gemacht hat." (Ps. 100, 3; 95, 6) Und die heiligen Wesen, die Gott im Himmel droben anbeten, erklaeren als Grund ihrer Huldigung: "Herr, du bist wuerdig, zu nehmen Preis und Ehre und Kraft; denn du hast alle Dinge geschaffen." (Offb. 4, 11) Seite 437 (Englisch Seite 436,437) In Offenbarung 14 werden die Menschen aufgefordert, den Schoepfer anzubeten; und die Weissagung fuehrt uns Menschen vor Augen, die zufolge der drei Botschaften die Gebote Gottes halten. Eines dieser Gebote weist unmittelbar auf Gott als den Schoepfer hin. Das vierte Gebot erklaert: "Am siebenten Tage ist der Sabbat des Herrn, deines Gottes... Denn in sechs Tagen hat der Herr Himmel und Erde gemacht und das Meer und alles, was darinnen ist, und ruhete am siebenten Tage. Darum segnete der Herr den Sabbattag und heiligte ihn." (2. Mose 20, 10. 11) Vom Sabbat sagte der Herr, dass er "ein Zeichen" sei, "damit ihr wisset, dass ich, der Herr, euer Gott bin". (Hes. 20, 20) Und der dafuer angegebene Grund lautet: "Denn in sechs Tagen machte der Herr Himmel und Erde; aber am siebenten Tage ruhte er und erquickte sich." (2. Mose 31, 17) Der Sabbat ist darum als Gedaechtnistag der Schoepfung wichtig, weil er immer den wahren Grund vor Augen fuehrt, warum die Anbetung Gott gebuehrt: weil Gott der Schoepfer ist und wir seine Geschoepfe sind. Der Sabbat bildet daher die eigentliche Grundlage aller Gottesdienste; denn er lehrt diese grosse Wahrheit in der eindrucksvollsten Weise. Von keiner andern Verordnung kann dies gesagt werden. Der wahre Grund der Gottesanbetung, nicht nur am siebenten Tage, sondern ueberhaupt, liegt in dem Unterschied zwischen dem Schoepfer und seinen Geschoepfen. Diese grossartige Tatsache kann nie veralten und darf nie vergessen werden. (Conradi, "Geschichte des Sabbats", S. 691) Um diese Wahrheit den Menschen stets vor Augen zu halten, setzte Gott in Eden den Sabbat ein; und solange der Anspruch fortbesteht, dass wir ihn anbeten sollen, weil er unser Schoepfer ist, so lange wird auch der Sabbat das Zeichen und Gedaechtnis sein. Haetten alle den Sabbat gehalten, so waeren die Gedanken und Neigungen dem Schoepfer voller Ehrfurcht und Anbetung zugewandt worden, und es wuerde nie einen Goetzendiener, einen Gottesleugner oder einen Unglaeubigen gegeben haben. Die Beachtung des Sabbats ist ein Zeichen der Treue gegen den wahren Gott, "der gemacht hat Himmel und Erde und Meer und die Wasserbrunnen". Daraus ergibt sich, dass die Botschaft, die den Menschen gebietet, Gott anzubeten und seine Gebote zu halten, sie besonders auffordert, das vierte Gebot zu befolgen. Seite 438 (Englisch Seite 437,438) Im Gegensatz zu denen, welche die Gebote Gottes halten und den Glauben Jesu haben, verweist der Engel auf andere, gegen deren Irrtuemer eine feierliche und schreckliche Warnung ausgesprochen wird: "So jemand das Tier anbetet und sein Bild und nimmt das Malzeichen an seine Stirn oder an seine Hand, der wird von dem Wein des Zorns Gottes trinken." (Offb. 14, 9. 10) Zum Verstaendnis dieser Botschaft ist eine richtige Auslegung der angewandten Sinnbilder erforderlich. Was wird durch das Tier, das Bild, das Malzeichen dargestellt? Die prophetische Kette, in der wir diesen Sinnbildern begegnen, beginnt in Offenbarung 12 mit dem Drachen, der Christus bei seiner Geburt umzubringen versuchte. Der Drache ist Satan; (Offb. 12, 9) dieser veranlasste Herodes, den Heiland zu toeten. Sein hauptsaechliches Werkzeug, um in den ersten Jahrhunderten des christlichen Zeitalters Christus und sein Volk zu bekriegen, war das Roemische Reich mit seiner vorwiegend heidnischen Religion. Waehrend daher der Drache in erster Linie Satan darstellt, so versinnbildet er anderseits das heidnische Rom. In Offenbarung 13, 1-10 wird ein anderes Tier beschrieben, "gleich einem Parder", dem der Drache "seine Kraft und seinen Stuhl und grosse Macht" gab. Dies Sinnbild veranschaulicht, wie auch die meisten Protestanten geglaubt haben, das Papsttum, das die Kraft, den Stuhl und die Macht des alten Roemischen Reiches einnahm. "Und ward ihm gegeben, dass es mit ihm waehrte zweiundvierzig Monate lang." Der Prophet sagt ferner: "Ich sah seiner Haeupter eines, als waere es toedlich wund"; und weiter berichtet er: "So jemand in das Gefaengnis fuehrt, der wird in das Gefaengnis gehen; so jemand mit dem Schwert toetet, der muss mit dem Schwert getoetet werden." Die zweiundvierzig Monate bezeichnen dasselbe wie die "eine Zeit und zwei Zeiten und eine halbe Zeit", die dreieinhalb Jahre oder zwoelfhundertsechzig Tage aus Daniel 7, naemlich die Zeit, waehrend der die paepstliche Macht das Volk Gottes unterdruecken sollte. Dieser Zeitabschnitt begann, wie in frueheren Kapiteln angegeben ist, im Jahre 538 n. Chr. mit der Oberherrschaft des Papsttums und endete im Jahre 1798. Zu dieser Zeit wurde der Papst von der franzoesischen Armee gefangengenommen; die paepstliche Macht erhielt eine toedliche Wunde, und es erfuellte sich Seite 439 (Englisch Seite 438,439) die Weissagung: "So jemand in das Gefaengnis fuehrt, der wird in das Gefaengnis gehen." Ein neues Sinnbild wird uns vor Augen gefuehrt. Der Prophet sagt: "Ich sah ein anderes Tier aufsteigen aus der Erde; das hatte zwei Hoerner gleichwie ein Lamm." (Offb. 13, 11) Sowohl das Aussehen dieses Tieres als auch die Art und Weise seines Emporkommens zeigen an, dass die Nation, welche es versinnbildet, sich von den Voelkern unterscheidet, die durch die vorhergehenden Sinnbilder dargestellt sind. Die grossen Koenigreiche, welche die Welt regiert haben, wurden dem Propheten Daniel als Raubtiere gezeigt, die sich erhoben, als "die vier Winde unter dem Himmel stuermten widereinander auf dem grossen Meer". (Dan. 7, 2) In Offenbarung 17 erklaerte ein Engel, dass die Wasser "Voelker und Scharen und Heiden und Sprachen" seien. (Offb. 17, 15) Winde sind das Sinnbild des Krieges. Die vier Winde des Himmels, die auf dem grossen Meer stuermen, veranschaulichen die schrecklichen Eroberungs- und Umwaelzungsvorgaenge, wodurch Koenigreiche zur Macht gelangten. Aber das Tier mit den lammaehnlichen Hoernern sah der Prophet "aufsteigen aus der Erde". Statt andere Maechte zu stuerzen, um deren Stelle einzunehmen, musste die so dargestellte Nation auf bis dahin weitgehend unbewohntem Gebiet auftreten und sich allmaehlich und friedlich zur Grossmacht entwickeln. Das konnte demnach nicht unter den zusammengedraengt lebenden und miteinander ringenden Voelkern der Alten Welt, jenem unruhigen Meer der "Voelker und Scharen und Heiden und Sprachen", geschehen; es musste auf dem westlichen Teil der Erde zu suchen sein. Welches Volk der Neuen Welt begann sich im Jahre 1798 zu Macht und Groesse zu entwickeln und die Aufmerksamkeit der Welt auf sich zu ziehen? Die Anwendung des Sinnbildes bedarf keiner Eroerterung. Nur eine Nation entspricht den Angaben der Weissagung, die unverkennbar auf die Vereinigten Staaten von Amerika weist. Zu wiederholten Malen ist der Gedanke, ja manchmal nahezu der genaue Wortlaut des Propheten unbewusst von Rednern und Geschichtsschreibern angewandt worden, wenn sie das Emporkommen und Wachstum dieser Nation beschrieben. Das Tier sah man "aufsteigen aus der Erde"; nach einigen Uebersetzungen hat das hier mit "aufsteigen" Seite 440 (Englisch Seite 439,440) wiedergegebene Wort den Sinn von "aufspriessen oder aufwachsen wie eine Pflanze". Wie wir gesehen haben, musste diese Nation in einem bis dahin unbesiedelten Gebiet aufkommen. Ein hervorragender Schriftsteller, der die Entstehung der Vereinigten Staaten schildert, spricht von "dem Geheimnis ihres Emporkommens aus der Leere" und sagt: "Wie ein stiller Same wuchsen wir zu einem Reich heran." (Townsend, "The New World Compared with the Old", S. 462) Eine europaeische Zeitung sprach im Jahre 1850 von den Vereinigten Staaten von Amerika als einem wunderbaren Reich, das "hervorbrach und unter dem Schweigen der Erde taeglich seine Macht und seinen Stolz vermehrte". (The Dublin Nation) Edward Everett sagte in einer Rede ueber die Pilgervaeter dieser Nation: "Sie sahen sich nach einem zurueckgezogenen Ort um, arglos durch seine Verborgenheit und sicher durch seine Abgelegenheit, wo die kleine Gemeinde aus Leyden sich der Gewissensfreiheit erfreuen koennte. Seht die ausgedehnten Gebiete, ueber die sie in friedlicher Eroberung... die Fahnen des Kreuzes getragen haben." (Everett, "Speech delivered at Plymouth", Mass., 1824) "Und... hatte zwei Hoerner gleichwie ein Lamm." Die lammaehnlichen Hoerner kennzeichnen Jugend, Unschuld und Milde und stellen treffend den Charakter der Vereinigten Staaten dar zu der Zeit, die dem Propheten als Zeit ihres Aufstiegs gezeigt worden war: 1798. Unter den verbannten Christen, die zuerst nach Amerika geflohen waren und eine Zufluchtsstaette vor der Unterdrueckung durch ihren Landesherrn und die priesterliche Unduldsamkeit gesucht hatten, waren viele entschlossen, eine Regierung auf der breiten Grundlage buergerlicher und religioeser Freiheit zu errichten. Ihre Auffassungen legten sie in der Unabhaengigkeitserklaerung nieder, welche die grosse Wahrheit enthielt, dass "alle Menschen gleich geboren und mit den unveraeusserlichen Rechten des Lebens, der Freiheit und des Strebens nach Glueck begabt seien". Die Verfassung sicherte dem Volk das Recht der Selbstverwaltung, indem die durch allgemeines Stimmrecht gewaehlten Vertreter Gesetze erlassen und durchfuehren. Glaubensfreiheit wurde gewaehrt und jedem gestattet, Gott nach seinem Gewissen anzubeten. Republikanismus und Protestantismus wurden die ersten Seite 441 (Englisch Seite 440,441) Grundsaetze der Nation und sind das Geheimnis ihrer Macht und ihres Gedeihens. Die Unterdrueckten und in den Staub Getretenen in der ganzen Christenheit haben sich zu Millionen mit Vorliebe nach diesem Lande gewandt. Die Vereinigten Staaten haben einen Platz unter den maechtigsten Nationen der Erde erlangt. Aber das Tier mit den Hoernern gleichwie ein Lamm "redete wie ein Drache. Und es uebt alle Macht des ersten Tiers vor ihm; und es macht, dass die Erde und die darauf wohnen anbeten das erste Tier, dessen toedliche Wunde heil geworden war; und tut grosse Zeichen, dass es auch macht Feuer vom Himmel fallen vor den Menschen; und verfuehrt, die auf Erden wohnen, um der Zeichen willen, die ihm gegeben sind zu tun vor dem Tier; und sagt denen, die auf Erden wohnen, dass sie ein Bild machen sollen dem Tier, das die Wunde vom Schwert hatte und lebendig geworden war". (Offb. 13, 11-14) Die Hoerner gleich denen eines Lammes und die Drachenstimme des Sinnbildes weisen auf einen grellen Widerspruch zwischen dem Bekenntnis und der Handlungsweise der so beschriebenen Nation hin. Das "Reden" eines Volkes sind die Beschluesse seiner gesetzgebenden und richterlichen Behoerden. Diese werden die freien und friedlichen Grundsaetze, die es als Grundlage seiner Regierungspolitik aufgestellt hat, Luegen strafen. Die Weissagung, dass es "wie ein Drache" reden und "alle Macht des ersten Tiers vor ihm" ausueben wird, sagt deutlich eine Entwicklung des Geistes der Unduldsamkeit und der Verfolgung voraus, der von den Maechten bekundet wurde, die durch den Drachen und das Tier gleich einem Parder dargestellt sind. Und die Aussage, dass das Tier mit zwei Hoernern so wirkt, "dass die Erde und die darauf wohnen anbeten das erste Tier", zeigt an: diese Nation wird ihre Macht dazu benutzen, einen Gehorsam zu erzwingen, welcher dem Papsttum huldigt. Ein solches Handeln wuerde den Gruendsaetzen dieser Regierung, dem Geist ihrer freien Einrichtungen, dem klaren und feierlichen Bekenntnis der Unabhaengigkeitserklaerung und der Verfassung zuwider sein. Die Gruender des Staates suchten sich weislich gegen die Anwendung der Staatsgewalt seitens der Kirche mit ihren unvermeidlichen Folgen - Unduldsamkeit und Verfolgung - zu sichern. Die Verfassung Seite 442 (Englisch Seite 441,442) schreibt vor: "Der Kongress soll kein Gesetz zur Einfuehrung der Religion oder auch gegen ihre freie Ausuebung erlassen"; auch soll die "religioese Haltung niemals als Befaehigung zu irgendeiner oeffentlichen Vertrauensstellung in den Vereinigten Staaten zur Bedingung gemacht werden". Nur durch offenkundige Verletzung dieser Schutzmauer nationaler Freiheit kann irgendein religioeser Zwang durch die Staatsbehoerden ausgeuebt werden. Der innere Widerspruch solchen Handelns ist nicht groesser, als er im Sinnbild dargelegt ist. Wir haben es mit einem zweihoernigen Tier gleich einem Lamm zu tun, das, in seinem Bekenntnis rein, mild und harmlos, wie ein Drache redet. "Und sagt denen, die auf Erden wohnen, dass sie ein Bild machen sollen dem Tier." Hier wird offenbar eine Regierungsform geschildert, bei der die gesetzgebende Macht in den Haenden des Volkes ruht; eine sehr treffende Bestaetigung, dass die Vereinigten Staaten die in der Weissagung angedeutete Nation sind. Aber was ist das Bild des Tieres, und wie soll es gestaltet werden? Dem ersten Tier wird von dem zweihoernigen Tier ein Bild errichtet. Es wird auch "Bild des Tiers" genannt. Um daher zu erfahren, was das Bild ist und wie es gestaltet werden soll, muessen wir die Merkmale des "Tieres" selbst, des Papsttums, betrachten. Als die Kirche am Anfang dadurch verderbt wurde, dass sie von der Einfachheit des Evangeliums abwich und heidnische Gebraeuche und Gewohnheiten annahm, verlor sie den Geist und die Kraft Gottes. Um die Gewissen der Menschen zu beherrschen, suchte sie den Beistand der Staatsgewalt. Die Folge war das Papsttum, eine Kirchenmacht, welche die Staatsgewalt beherrschte und sie zur Foerderung ihrer eigenen Absichten, vornehmlich zur Bestrafung der Ketzerei, einsetzte. Damit die Vereinigten Staaten dem Tier ein Bild machen koennen, muss die religioese Macht den Staat so beherrschen, dass dieser auch von der Kirche zur Durchfuehrung ihrer eigenen Absichten eingesetzt wird. Wo immer die Kirche die Staatsgewalt erlangte, setzte sie ihre Macht ein, um Abweichungen von ihren Lehren zu bestrafen. Protestantische Kirchen, die, den Fusstapfen Roms folgend, mit weltlichen Maechten Verbindungen eingingen, haben ein aehnliches Verlangen bekundet, die Gewissensfreiheit zu beschraenken. Ein Beispiel dafuer bieten uns Seite 443 (Englisch Seite 442,443) die lange fortgesetzten Verfolgungen der Dissenter (Andersglaeubigen) der anglikanischen Kirche. Waehrend des 16. und 17. Jahrhunderts waren Tausende der nonkonformistischen (andersdenkenden) Prediger gezwungen, ihre Gemeinden zu verlassen, und viele Prediger und Gemeindeglieder mussten Strafe, Gefaengnis, Folter und Marterqualen auf sich nehmen. Es war der Abfall, der die fruehe Kirche dahin brachte, die Hilfe des Staates zu suchen, und dadurch wurde der Weg fuer die Entwicklung des Papsttums, des Tieres, vorbereitet. Paulus sagte, "dass zuvor der Abfall komme und offenbart werde der Mensch der Suende". (2. Thess. 2, 3) Demnach wird der Abfall in der Gemeinde den Weg fuer das Bild des Tieres vorbereiten. Die Bibel erklaert, dass vor dem Kommen des Herrn ein religioeser Verfall, aehnlich dem der ersten Jahrhunderte, eintreten wuerde. "In den letzten Tagen werden greuliche Zeiten kommen. Denn es werden Menschen sein, die viel von sich halten, geizig, ruhmredig, hoffaertig, Laesterer, den Eltern ungehorsam, undankbar, ungeistlich, lieblos, unversoehnlich, Verleumder, unkeusch, wild, unguetig, Verraeter, Frevler, aufgeblasen, die mehr lieben Wollust denn Gott, die da haben den Schein eines gottseligen Wesens, aber seine Kraft verleugnen sie." "Der Geist aber sagt deutlich, dass in den letzten Tagen werden etliche von dem Glauben abtreten und anhangen den verfuehrerischen Geistern und Lehren der Teufel." Satan wird wirken "mit allerlei luegenhaftigen Kraeften und Zeichen und Wundern und mit allerlei Verfuehrung zur Ungerechtigkeit". Und alle, welche "die Liebe zur Wahrheit nicht haben angenommen, auf dass sie selig wuerden", werden, sich selbst ueberlasen, "kraeftige Irrtuemer" annehmen, "dass sie glauben der Luege". (2. Tim. 3, 1-5; 1. Tim 4, 1; 2. Thess. 2, 9-11) Wenn dieser Zustand der Gottlosigkeit erreicht sein wird, wird er auch die gleichen Fruechte zeitigen wie in den ersten Jahrhunderten. Die in den protestantischen Kirchen herrschende grosse Glaubensverschiedenheit wird von vielen als ein entscheidender Beweis angesehen, dass niemals ein Versuch unternommen werden kann, eine Gleichschaltung zu erzwingen. Und doch besteht in den protestantischen Kirchen schon jahrelang ein starkes, wachsendes Bestreben Seite 444 (Englisch Seite 443,444) zugunsten einer auf gemeinschaftlichen Lehrpunkten beruhenden Vereinigung. Um diese zu erreichen, muesste die Eroerterung der Themen, worueber nicht alle einig sind, wie wichtig sie auch vom biblischen Standpunkt aus sein moegen, notwendigerweise unterbleiben. Charles Beecher, ein hervorragender amerikanischer Redner, erklaerte in einer Predigt im Jahre 1846, dass die Geistlichkeit "der evangelisch-protestantischen Gemeinschaften nicht nur von Anfang an unter einem gewaltigen Druck rein menschlicher Furcht stehe, sondern auch in einem von der Wurzel aus verderbten Zustand lebe, atme und sich bewege und sich mit jeder Stunde an jegliches niedere Element ihrer Natur wenden muesse, um die Wahrheit zum Schweigen zu bringen und die Knie vor der Macht des Abfalls zu beugen. Ging es nicht so mit Rom? Leben wir nicht das gleiche Leben? Und was sehen wir gerade vor uns? - Ein zweites allgemeines Konzil! eine kirchliche Weltvereinigung! eine evangelische Allianz und ein allumfassendes Glaubensbekenntnis!" (Beecher, "The Bible a Sufficient Creed", Predigt - gehalten 1845) Ist dies erst einmal erreicht, dann wird es bei dem Bemuehen, vollstaendige Uebereinstimmung zu erzielen, nur noch ein Schritt sein bis zur Gewaltanwendung. Wenn sich die fuehrenden Kirchen der Vereinigten Staaten in den Lehrpunkten, die sie gemeinsam haben, vereinigen und den Staat beeinflussen, dass er ihre Verordnungen durchsetze und ihre Satzungen unterstuetze, wird das protestantische Amerika ein Bild von der roemischen Priesterherrschaft errichtet haben, und die Verhaengung von Strafen ueber Andersglaeubige wird die unausbleibliche Folge sein. Das Tier mit zwei Hoernern "macht (bestimmt), dass die Kleinen und Grossen, die Reichen und Armen, die Freien und Knechte - allesamt sich ein Malzeichen geben an ihre rechte Hand oder an ihre Stirn, dass niemand kaufen oder verkaufen kann, er habe denn das Malzeichen, naemlich den Namen des Tiers oder die Zahl seines Namens". (Offb. 13, 16. 17) Die Warnung des dritten Engels lautet: "So jemand das Tier anbetet und sein Bild und nimmt das Malzeichen an seine Stirn oder an seine Hand, der wird von dem Wein des Zorns Gottes trinken." Das Tier, das in dieser Botschaft erwaehnt und dessen Anbetung durch das zweihoernige Tier erzwungen wird, ist das erste, parderaehnliche Tier aus Offenbarung 13, das Papsttum. Das Bild des Tieres stellt jene Seite 445 (Englisch Seite 444,445) Form des abgefallenen Protestantismus dar, die sich entwickeln wird, wenn die protestantischen Kirchen zur Erzwingung ihrer Lehrsaetze die Hilfe des Staates suchen werden. Nun haben wir noch das Malzeichen des Tieres zu beschreiben. Nach der Warnung vor der Anbetung des Tieres und seines Bildes erklaert die Weissagung: "Hier sind, die da halten die Gebote Gottes und den Glauben an Jesum." Da die Menschen, die Gottes Gebote halten, auf diese Weise denen gegenuebergestellt werden, die das Tier und sein Bild anbeten und sein Malzeichen annehmen, so folgt daraus, dass die Beachtung des Gesetzes Gottes einerseits und dessen Uebertretung anderseits den Unterschied zwischen den Anbetern Gottes und den Anbetern des Tieres bilden wird. Das besondere Merkmal des Tieres und mithin auch seines Bildes ist die Uebertretung der Gebote Gottes. Daniel sagte von dem kleinen Horn, dem Papsttum: "Er... wird sich unterstehen, Zeit und Gesetz zu aendern." (Dan. 7, 25) Und Paulus nannte dieselbe Macht den "Menschen der Suende", der sich ueber Gott erheben wuerde. Eine Weissagung ergaenzt die andere. Nur indem es das goettliche Gesetz veraenderte, konnte sich das Papsttum ueber Gott erheben. Wer aber wissentlich das so veraenderte Gesetz haelt, zollt dadurch jener Macht die hoechste Ehre, die es veraendert hat. Ein solcher Gehorsam gegen die paepstlichen Gesetze wuerde ein Zeichen des Buendnisses mit dem Papsttum anstatt mit Gott sein. Das Papsttum hat versucht, das Gesetz Gottes zu veraendern. Das zweite Gebot, das die Anbetung von Bildern verbietet, ist aus dem Gesetz entfernt, und das vierte ist so veraendert worden, dass es die Feier des ersten Wochentages statt des siebenten als Sabbat gutheisst. Doch die Roemlinge bestanden darauf, dass das zweite Gebot ausgelassen wurde, weil es in dem ersten enthalten und deshalb ueberfluessig sei, und dass sie das Gesetz genauso gaeben, wie Gott es verstanden haben wollte. Eine solche Veraenderung hat der Prophet nicht geweissagt. Es ist von einer absichtlichen, reiflich ueberlegten Abaenderung die Rede: "Er... wird sich unterstehen, Zeit und Gesetz zu aendern." Die am vierten Gebot vorgenommene Veraenderung entspricht genau den Angaben der Weissagung. Als einziger Urheber Seite 446 (Englisch Seite 445,446) hierfuer kommt die Kirche in Betracht. Dadurch erhebt sich die paepstliche Macht offen ueber Gott. Waehrend sich die Anbeter Gottes ganz besonders durch die Beachtung des vierten Gebotes auszeichnen, da dies das Zeichen der goettlichen Schoepfungsmacht ist und bezeugt, dass Gott Anspruch auf die Ehrfurcht und Huldigung der Menschen hat, so werden sich die Anbeter des Tieres durch ihre Bemuehungen kennzeichnen, den Gedaechtnistag des Schoepfers zu beseitigen, um die Einrichtung Roms zu erheben. Zum erstenmal machte das Papsttum zugunsten des Sonntags seine anmassenden Ansprueche geltend, und den Staat rief es das erstemal zu Hilfe, als es die Feier des Sonntags als des "Tages des Herrn" erzwingen wollte (*). Doch die Bibel verweist auf den siebenten und nicht auf den ersten Tag als "Tag des Herrn". Christus sagte: "So ist des Menschen Sohn ein Herr auch des Sabbats." Das vierte Gebot erklaert: "Am siebenten Tage ist der Sabbat des Herrn, deines Gottes." Und der Herr selbst spricht durch den Propheten Jesaja vom Sabbat als von "meinem heiligen Tage". (Mark, 2, 28; 2. Mose 20,10; Jes. 58, 13) Die so oft wiederholte Behauptung, dass Christus den Sabbat veraendert habe, wird durch seine eigenen Worte widerlegt. In der Bergpredigt sagte er: "Ihr sollt nicht waehnen, dass ich gekommen bin, das Gesetz oder die Propheten aufzuloesen; Ich bin nicht gekommen, aufzuloesen, sondern zu erfuellen. Denn ich sage euch wahrlich: Bis dass Himmel und Erde zergehe, wird nicht zergehen der kleinste Buchstabe noch ein Tuettel vom Gesetz... Wer nun eins von diesen kleinsten Geboten aufloest..., der wird der Kleinste heissen im Himmelreich; wer es aber tut und lehrt, der wird gross heissen im Himmelreich." (Matth. 5, 17-19) Es ist eine von den Protestanten allgemein zugestandene Tatsache, dass die Heilige Schrift keinen Beweis fuer die Veraenderung des Sabbats bietet. Dies wird in den verschiedensten Veroeffentlichungen deutlich gelehrt. So rechnet die Augsburgische Konfession den Sonntag zu den menschlichen Satzungen, um guter Ordnung, Einigkeit und des Friedens willen erfunden. (Apologia der Konfession, Art. 15) Ein beruehmter deutscher Theologe erklaert, dass wir den Sonntag nicht aus "dem Neuen Testament, sondern aus der kirchlichen Ueberlieferung" haben. Ja, er behauptet: "Dass Christus oder seine Apostel... den Sonntag und die Feiertage verordnet, laesst Seite 447 (Englisch Seite 446,447) sich nicht nur nicht erweisen, sondern es laesst sich sogar das Gegenteil zu aller nach Lage der Zeugnisse denkbaren Evidenz bringen." (Beyschlag, "Der Altkatholizismus", S. 52. 53) Das gleiche sagen die Schriften der von den verschiedenen protestantischen Gemeinden gebildeten amerikanischen Traktatgesellschaft und der amerikanischen Sonntagsschulunion aus. Eines dieser Werke anerkennt "das gaenzliche Schweigen des Neuen Testaments, soweit dies ein bestimmtes Gebot fuer den Sabbat (Sonntag, den ersten Wochentag) oder besondere Vorschriften fuer dessen Beachtung anbelangt". (Elliott, "The Abiding Sabbath", S. 184) Ein anderer sagt: "Bis zum Tode Christi war keine Veraenderung des Tages vorgenommen worden"; und "soweit der Bericht zeigt, gaben sie (die Apostel) keinen ausdruecklichen Befehl zur Aufhebung des Siebenten-Tag-Sabbats und zu dessen Feier am ersten Wochentag". (Waffle, "The Lord's Day", S. 186) Die Katholiken geben zu, dass die Veraenderung des Sabbats von ihrer Kirche vorgenommen wurde und erklaeren, dass die Protestanten durch die Sonntagsfeier ihre (der Katholiken) Macht anerkennen. Der "Katholische Katechismus der christlichen Religion" beantwortet die Frage, welchen Tag man nach dem vierten Gebot halten solle, wie folgt: "Unter dem alten Gesetz war der Samstag der geheiligte Tag; aber die Kirche, angewiesen durch Jesum Christum und geleitet von dem Geist Gottes, hat den Sonntag an die Stelle des Sabbats gesetzt, so dass wir nun den ersten, nicht aber den siebenten Tag heiligen. Sonntag bedeutet und ist jetzt der Tag des Herrn." Als Zeichen der paepstlichen Autoritaet fuehren paepstliche Schriftsteller "gerade die Verlegung des Sabbats auf den Sonntag an, was die Protestanten zugeben,... da sie durch die Beachtung des Sonntags die Macht der Kirche, Feste einzusetzen und die Uebertretung als Suende zu rechnen, anerkennen." (Tuberville, "An Abridgement of the Christian Doctrine", S. 58) Dies wird aufs deutlichste in der Augsburgischen Konfession, Art. 28, bezeugt, die erklaert, dass von der katholischen Kirche "wird kein Exempel so hoch getrieben und angezogen als die Verwandlung des Sabbats, und wollen damit erhalten (beweisen), dass die Gewalt der Kirchen gross sei, dieweil sie mit den Zehn Geboten dispensiert und etwas daran veraendert hat". Was ist daher die Veraenderung des Sabbats anderes als das "Malzeichen des Tiers"? Seite 448 (Englisch Seite 447,448) Die roemische Kirche hat ihre Ansprueche auf die Oberherrschaft nicht aufgegeben, und wenn die Welt und die protestantischen Kirchen einen von ihr geschaffenen Sabbat annehmen und den biblischen Sabbat verwerfen, so stimmen sie im Grunde dieser Anmassung zu. Sie moegen sich fuer die Veraenderung wohl auf die Autoritaet der Vaeter oder der Ueberlieferungen berufen; doch indem sie das tun, verleugnen sie gerade den Grundsatz, der sie von Rom trennt: dass die Heilige Schrift, und zwar die Heilige Schrift allein, die Religion der Protestanten enthaelt. Der Anhaenger Roms kann sehen, dass sie sich selbst betruegen und ihre Augen absichtlich vor den gegebenen Tatsachen verschliessen. Wenn die Bewegung, den Sonntag zu erzwingen, Anklang findet, freut er sich in der Gewissheit, dass mit der Zeit die ganze protestantische Welt unter das Banner Roms kommen werde. Die Katholiken behaupten, "die Feier des Sonntags seitens der Protestanten sei eine Huldigung, die sie, sich selbst zum Trotz, der Macht der (katholischen) Kirche zollen". (Plain Talk about Protestantism, S. 213) Die Erzwingung der Sonntagsfeier seitens der protestantischen Kirchen ist eine Erzwingung der Anbetung des Papsttums, des Tieres. Wer die Ansprueche des vierten Gebots versteht und doch die Beachtung des falschen statt des wahren Sabbats waehlt, huldigt dadurch jener Macht, die sie befohlen hat. Gerade durch ihre Handlungsweise, durch den Staat eine religioese Pflicht zu erzwingen, errichten die Kirchen dem Tier ein Bild; demnach ist die Durchfuehrung der Sonntagsfeier ein Erzwingen der Anbetung des Tieres und seines Bildes. Doch die Christen vergangener Zeiten hielten den Sonntag in der Meinung, dadurch den biblischen Sabbat zu feiern. Es gibt heute noch in jeder Kirche, die roemisch-katholische nicht ausgenommen, wahre Christen, die aufrichtig glauben, der Sonntag sei der von Gott verordnete Sabbattag. Gott nimmt ihre aufrichtige Absicht und ihre Redlichkeit vor ihm an. Doch wenn die Sonntagsfeier durch Gesetze eingefuehrt und die Welt ueber die Verpflichtungen gegen den wahren Sabbat aufgeklaert werden wird, dann werden alle, die Gottes Gebot uebertreten, um einer Verordnung nachzukommen, die keine hoehere Autoritaet als die Roms hat, dadurch das Papsttum mehr ehren als Gott. Sie zollen Rom und der Macht, die eine von Rom eingefuehrte Seite 449 (Englisch Seite 448,449) Verordnung erzwingt, ihre Huldigung; sie beten das Tier und sein Bild an. Wenn Menschen die Einrichtung verwerfen, von der Gott gesagt hat, sie sei das Zeichen seiner Autoritaet, und statt dessen das ehren, was Rom als Zeichen seiner Oberherrschaft erwaehlt hat, so nehmen sie dadurch das Merkmal der Huldigung Roms, das Malzeichen des Tieres an. Erst wenn die Entscheidung auf diese Weise den Menschen deutlich entgegentritt, wenn sie zwischen den Geboten Gottes und Menschengeboten zu waehlen haben, dann werden die Menschen, die in ihrer Uebertretung beharren, "das Malzeichen des Tiers" empfangen. Die schrecklichste Drohung, die je an Sterbliche gerichtet wurde, findet sich in der dritten Engelsbotschaft. Es muss eine furchtbare Suende sein, die den Zorn Gottes ohne jede Gnade auf die Haeupter der Schuldigen herabbeschwoert. Die Menschen sollen ueber diese wichtige Angelegenheit nicht im ungewissen bleiben; die Warnung vor dieser Suende muss an die Welt ergehen, ehe Gottes Gerichte sie heimsuchen, damit alle wissen koennen, warum sie erfolgen, und Gelegenheit haben, ihnen zu entrinnen. Das prophetische Wort sagt, dass der erste Engel seine Botschaft an "alle Heiden und Geschlechter und Sprachen und Voelker" richtet. Die Warnung des dritten Engels, die einen Teil dieser dreifachen Botschaft bildet, soll keine geringere Ausdehnung haben. Nach der Weissagung wird sie von einem Engel, der mitten durch den Himmel fliegt, mit lauter Stimme verkuendigt und daher die Aufmerksamkeit der ganzen Welt auf sich lenken. Beim Ausgang des Kampfes wird die gesamte Christenheit in zwei Klassen geteilt sein: in die, welche die Gebote Gottes und den Glauben Jesu haelt, und in jene, die das Tier und sein Bild anbetet und sein Malzeichen annimmt. Wenn auch Kirche und Staat ihre Macht vereinigen werden, um "die Kleinen und Grossen, die Reichen und Armen, die Freien und Knechte" zu zwingen, das Malzeichen des Tieres anzunehmen, (Offb. 13, 16) so wird doch Gottes Volk diesem Zwang widerstehen. Der Prophet sah schon auf Patmos "die den Sieg behalten hatten an dem Tier und an seinem Bilde und seinem Malzeichen und seines Namens Zahl"; sie "standen an dem glaesernen Meer und hatten Harfen Gottes" und sangen "das Lied Moses" und "das Lied des Lammes". (Offb. 15, 2. 3) Seite 450 (Englisch Seite 449,450) Anmerkungen *S.436 (Zurueck) *S.447 (Zurueck) Aus protestantischer Sicht: Trevor Gervase Jalland, The Church and the Papacy, London, 1944; R. F. Littledale, Petrine Claims, London, 1899; James T. Shotwell/Louise R. Soomis, The See of Peter, New York, 1927; Christopher B. Coleman, The Treatise of Lorenzo Valla on the Donation of Constantine, New York, 1914.) (Zurueck) |